Stadt Kassel hält Forderung von Naturschützern für sinnvoll

15 000 Bäume sollen in Kassel angepflanzt werden

Soll wieder ihren ursprünglichen Alleecharakter erhalten: Für die Frankfurter Straße hat die Stadt bereits Pläne.
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Soll wieder ihren ursprünglichen Alleecharakter erhalten: Für die Frankfurter Straße hat die Stadt bereits Pläne.

Es wären mehr als doppelt so viel Bäume wie Aktionskünstler Joseph Beuys 1982 in Kassel hatte pflanzen lassen: Die Naturschutzverbände BUND, Nabu sowie das Umwelthaus fordern die Stadt Kassel auf, in den nächsten fünf Jahren 15.000 Bäume zu pflanzen.

Kassel - Damit würde die Gesamtzahl der städtischen Bäume auf 100.000 steigen. Der Klimaschutzrat wird sich nun mit dem Vorschlag befassen. Die Stadt teilt auf HNA-Anfrage mit, dass sie das Projekt für sinnvoll hält.

Aus Sicht der Naturschützer könnten durch die groß angelegte Baumpflanzaktion gleich mehrere Probleme gelöst werden: Die Bäume würden das CO2 binden, die Feinstaubbelastung reduzieren und für ein kühleres und damit angenehmeres Stadtklima sorgen. Zudem würden sie dämpfend auf den Verkehrslärm wirken und die Artenvielfalt der Insekten befördern. Nicht zuletzt sorgen sie für eine höhere Aufenthaltsqualität in der Stadt.

Nach Vorstellung der Naturschützer sollen die Bäume möglichst in Gruppen oder Alleen angeordnet werden. Ein Vorbild sei die Stadt Frankfurt, wo Anfang des Jahres beschlossen worden war, mehr als 100.000 Bäume zu pflanzen.

Um das Projekt möglichst zeitnah realisieren zu können, fordern die Naturschutzverbände die Stadt auf, bereits in diesem Jahr Geld im Haushalt bereitzustellen. In die aktuell laufenden Koalitionsverhandlungen müsse das Vorhaben eingebracht werden.

Das Umwelt- und Gartenamt nennt die Forderung der Naturschützer „sinnvoll“. Die 15.000 Bäume seien ein „mutiges aber fachlich sinnvolles Maß“, heißt es aus dem Rathaus. „Die Einbringung des Vorschlags in den Klimaschutzrat der Stadt ist der richtige Weg, um breite Unterstützung und in der Folge die nötigen Haushaltsmittel für die Umsetzung zu erreichen“, so ein Stadtsprecher.

Insbesondere sei es sinnvoll zu prüfen, inwieweit man gerade an stark versiegelten Standorten Bäume pflanzen könne. Potenzial für mehr Bäume sei an Straßen grundsätzlich vorhanden, es bedürfe aber im Vorfeld einer Standortplanung. Dabei spiele der Verlauf von Leitungen eine wichtige Rolle.

Baumstandorte im Straßenraum kosteten ab 5000 Euro aufwärts, je nach Komplexität des Standortes seien dies auch schnell 20.000 Euro, so die Stadt. Der BUND hatte nur mit 300 bis 2000 Euro pro Baum kalkuliert. Diese Kalkulation nennt die Stadt „unrealistisch“. (Bastian Ludwig)

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