Begründung: steigende Kosten für IT- und Sicherheitstechnik

150.000 Kunden betroffen: Sparkasse erhöht Kontopreise

Kassel. Das größte Kreditinstitut in der Region, die Kasseler Sparkasse, stellt am 1. Januar auf neue Kontomodelle für Privatkunden um. Betroffen sind 150.000 Kunden.

Sie werden in den nächsten Tagen und Wochen benachrichtigt. Für Neukunden gelten die Modelle bereits seit Anfang dieses Monats.

Artikel wurde aktualisiert um 18 Uhr

Wichtigste Änderung: Das bisher überwiegend kostenfreie SB-Konto entfällt und wird durch die Variante „GiroOnline“ ersetzt, die monatlich 2,90 Euro kostet. Für Scheckeinreichungen wird zusätzlich ein Euro erhoben. Monatlich fünf Bargelverfügungen am Automaten sind im Grundpreis enthalten, jede weitere kostet einen Euro, für die Karte fallen sechs Euro im Jahr an.

Die Variante „Giroklassik“ kostet ebenfalls 2,90 Euro im Monat und damit 90 Cent mehr als bisher. Lastschriften, Scheckeinreichungen, Überweisungen online oder am Terminal sowie Gutschriften kosten je Vorgang 40 Cent. Auch hier sind fünf Bargeldabhebungen im Monat kostenfrei, für jede weitere berechnet die Sparkasse 40 Cent. Karte und Partnerkarte sind bei dieser Variante kostenlos.

Wer alles inklusive haben will, kann „GiroKomfort“ wählen. Das kostet monatlich 7,90 nach bislang sieben Euro. Weitere Kosten fallen hier nicht an.

Ingo Buchholz

Sparkassen-Chef Ingo Buchholz begründete die Preiserhöhung mit stark gestiegenen Kosten für IT- und Sicherheitstechnik, Personalschulungen und dem ständig wachsenden regulatorischen Aufwand. „Ein guter Service geht nicht zum Nulltarif. Um die Qualität zu halten und weiter zu erhöhen, müssen wir Preisanpassungen vornehmen“, sagte er.

Die Kasseler Sparkasse ist Marktführer in Stadt und Landkreis Kassel und die drittgrößte Sparkasse Hessens. Das Institut betreibt mit 1124 Mitarbeitern 84 Filialen und unterhält 220.000 Girokonten - damit ist jeder zweite Einwohner in Stadt und Kreis Kunde der Kasseler Sparkasse. Die Bilanzsumme - also das Volumen aller finanziellen Transaktionen - belief sich 2014 auf 5,1 Milliarden Euro.

Nicht überall kostet Konto Geld

Die Raiffeisenbank Baunatal (RBB) hat bereits zu Jahresanfang das kostenpflichtige Online-Konto wieder eingeführt. Zwei Euro monatlich kassiert sie. Vorstand Friedhelm Mette erklärte auf Anfrage, dass es eine große Aktzeptanz bei der Kundschaft gegeben habe. Auch er begründet den Schrit mit den stark gestiegenen Kosten und den niedrigen Zinsen.

Die Sparda-Bank Hessen betonte auf Anbfrage, man halte am kostenlosen Girokonto sowie an kostenloser Bargeldversorgung und Bankkarte ohne Bedingungen fest.

Die Kasseler Bank hat ein ähnliches Kontomodell und eine ähnliche Preisstruktur wie die RBB. Auf Anfrage hieß es, dass die Kostenstrukurenin einem laufenden Prozess ständig überprüft würden und Preisveränderungen nicht ausgeschlossen seien. Aktuell gebe es keine konkreten Entscheidungen.

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