16 000 Kasseler sind auf Hartz-IV angewiesen

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Kassel. Es ist eine hohe Zahl und doch eine so niedrige wie seit sieben Jahren nicht mehr: 15 935 Menschen in Kassel sind auf Hartz IV angewiesen. Das sind 6,2 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Nicht alle von ihnen sind arbeitslos. Mehr als die Hälfte der sogenannten „erwerbsfähigen Leistungsbezieher“ hat einen Job, doch reicht das Einkommen nicht zum Leben. Allein im Dezember haben die Mitarbeiter des Jobcenters der Stadt Kassel, das für die Betreuung von Langzeitarbeitslosen (ein Jahr und länger) zuständig ist, 269 Menschen in den Arbeitsmarkt vermittelt, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Kassel.

Damit sank die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsempfänger erstmals seit dem Inkrafttreten der Hartz-IV-Gesetze vor sieben Jahren unter die Marke von 16 000. Das Jobcenter betreut fast 80 Prozent der aktuell 9280 Arbeitslosen in Kassel. Für die Vermittlung von Arbeitslosen, die weniger als ein Jahr ohne Job sind, ist die Agentur für Arbeit zuständig.

Die sinkende Zahl von Langzeitarbeitslosen sei keine Selbstverständlichkeit, sagt Stadtkämmerer und Sozialdezernent Dr. Jürgen Barthel: „Unsere Kennzahlen belegen mit harter Währung, dass immer weniger Haushalte in Kassel auf Hartz IV angewiesen sind.“ Immer mehr Menschen seien in der Lage, ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten. Mit dem Rückgang der erwerbsfähigen Hartz-IV-Bezieher sinkt auch die Gesamtzahl der Personen, die Leistungen beziehen - zum Beispiel Kinder im Haushalt der Betroffenen, die Anspruch auf Sozialgeld haben.

Die Gesamtzahl sank im Dezember auf 22 000. Das sind 398 Menschen weniger als im Vormonat. Im Jahr 2006 verzeichnete die Stadt noch eine Zahl von 30 000 Menschen im SGB-II-Bezug. Auch die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften ist gesunken - erstmals unter die Marke von 12 000. Bedarfsgemeinschaften sind Familien oder Haushalte, in denen das Gesamteinkommen nicht für den Lebensunterhalt reicht. Gab es im Jahr 2006 noch mehr als 16 500 Bedarfsgemeinschaften, sank die Zahl jetzt im Dezember auf 11 978 (November: 12 132).

Die erfolgreiche Arbeit des Jobcenters sei zum einen auf den nach wie vor aufnahmefähigen Arbeitsmarkt zurückzuführen, sagte Barthel. Die Mitarbeiter des Jobcenters seien ausgesprochen erfolgreich, „diese Chancen im Sinne der Menschen optimal zu nutzen“. Mit dem eigenen Arbeitgeberservice sei das Jobcenter zudem nah am Puls von Unternehmen verschiedenster Branchen, akquiriere freie Stellen und erkenne Nachfragen frühzeitig. (rud)

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