Gewerkschafter fordern „höhere Löhne für gute Arbeit“

2000 Menschen demonstrierten bei Mai-Kundgebung

Der Kasseler Demonstrationsmarsch zum 1. Mai traf am späten Vormittag zur Abschlusskundgebung an der Drahtbrücke ein. Auf unserem Foto ist im Hintergrund die Orangerie zu sehen. Foto: Zgoll

Kassel. „Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa“ – unter diesem Motto stand wie auch in anderen Orten in Deutschland die traditionelle Demonstration zum Tag der Arbeit am 1. Mai.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hatte eingeladen und viele Hundert kamen zur zentralen Kundgebung an die Drahtbrücke am Auedamm. Nach Schätzungen von Michael Rudolph, dem DGB-Geschäftsführer der Region Nordhessen, beteiligten sich 2000 Menschen an der Demonstration, die Polizei schätzte deren Zahl auf 1500. Auffallend: Viele junge Menschen waren zur Abschlusskundgebung gekommen, wo sich der Marsch, der am Philipp-Scheidemann-Haus gestartet war, am späten Vormittag sammelte, um die Reden der Gewerkschafter zu verfolgen. Lautstark unterstützt wurden die Demonstranten von der Trommlern der IG-Metall-Jugend.

Höhere Löhne für gute Arbeit“ forderte Rudolph. Er kritisierte, dass trotz der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt immer mehr Menschen weder eine unbefristete Arbeit finden, noch eine Arbeit, mit der sie ihren Lebensunterhalt sicher bestreiten können. „Es ist ein Skandal, dass in einer wirtschaftliche erfolgreichen Region wie Nordhessen mittlerweile jeder vierte Beschäftigte im Niedriglohnsektor arbeiten muss.“ Konkret richtete sich Rudolph an die Politiker in Hessen, indem er kritisierte, dass bei öffentlichen Ausschreibungen der Billigste den Zuschlag bekomme. Die Dummen seien bei dieser Praxis immer diejenigen Betriebe, die ausbilden und Tariflöhne zahlten. Das solle ein Ende haben, indem genau diese Betriebe bevorzugt werden müsssten.

Fotos: Mai-Kundgebung 2013 in Kassel

Mai-Kundgebung 2013 in Kassel

Die beiden Mitglieder der Gewerkschaftsjugend der IG Metall, Annika Dietz und Thomas Ceglarek forderten: „Hände weg von unserem Manteltarifvertrag. Wir wollen mehr Geld und mehr Respekt.“ Auf die Situation der Menschen, die zu Billiglöhnen arbeiten, wies auch Jochen Nagel, der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), als Hauptredner hin. Es sei alarmierend, in welchem Maß die Niedriglohnnquote in den vergangenen Jahren in Deutschland zugenommen habe. Ein Mindestlohn müsse dringend her. Nagel schlug einen Bogen zur aktuellen Tragödie in Bangladesh, wo mehrere hundert Menschen ums Leben kamen, als eine Textilfabrik einstürzte. „Das was in Bangladesh geschieht, ist die Konsequenz von dem, was wir hier haben.“ Er forderte. „Wir wollen keine Armut in Bangladesh und anderswo.“ (chr)

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