2000 Landesbedienstete demonstrierten für mehr Lohn

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Vom Forstarbeiter bis zum Polizist: 2000 Landesbedienstete gingen am Mittwochvormittag auf die Straße. Sie fordern in den laufenden Tarifverhandlungen mit dem Land eine Lohnplus von 5,5 Prozent.

Kassel. Mit schrillen Trillerpfeifen und kreischender Kettensäge zogen am Mittwoch 2000 Beschäftigte des Landes Hessen durch die Kasseler Innenstadt.

Lautstark machten sie bei einem Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte, auf ihre Forderungen in den laufenden Tarifverhandlungen mit dem Land aufmerksam. Sie wollen unter anderem 5,5 Prozent mehr Einkommen (mindestens 175 Euro), die Beibehaltung der zusätzlichen Altersversorgung sowie eine Übertragung des Tarifergebnisses auf Beamte.

Die Bandbreite der Demonstranten war groß: Lehrer, Polizisten, Forstarbeiter, Beschäftigte der Uni und des Staatstheaters, der Museumslandschaft Hessen Kassel sowie von Hessen Forst und Hessen Mobil, Regierungspräsidium, Finanzamt und weiterer Landesdienststellen marschierten mit.

„Schluss mit der Bescheidenheit“, gab Jürgen Bothner, Landesbezirksleiter von Verdi, die Devise vor. Es könne nicht sein, dass das Land die Schuldenbremse als Argument gegen Gehaltserhöhungen ins Feld führe. „Eine Sanierung des Staatshaushaltes auf Kosten der hessischen Beschäftigten und Beamten ist mit uns nicht zu machen.“

Dass die Landesregierung nicht hinter ihren eigenen Beschäftigten stehe, sei ein Skandal, wetterte Michael Rudolph, DGB-Vorsitzender für Nordhessen. „Was bis jetzt vorliegt, ist kein Angebot, sondern eine Schweinerei.“ Das Land plane, die Besoldung dieses Jahr einzufrieren und 2016 und 2017 um je ein Prozent anzuheben. Statt dessen wolle es Altersversorgung und Beihilfe (staatlicher Zuschuss zur Krankenversicherung) kürzen.

„Es wird immer so getan, als sei an der Wertschöpfung und Produktivität der öffentliche Dienst nicht beteiligt“, sagt Rudolph. Wertschöpfung könne aber nicht betrieben werden ohne eine gute Ausbildung in den Schulen, ohne einen funktionierenden Winterdienst oder ohne die Polizei, die für Sicherheit sorge. „Ihr steht nicht als Egoisten hier, die nur an den eigenen Geldbeutel denken“, rief der DGB-Vorsitzende der Menge zu. „Wir demonstrieren auch für einen handlungsfähigen Staat“. Das Land dürfe sich nicht selbst kaputtsparen.

Vor der Bibliothek in Lohfelden demonstrierten verbeamtete Lehrer der Söhreschule mit einer gemeinsamen Protestaktion. „Wir haben dieselben Forderungen wie unsere angestellten Kollegen“, sagte Lehrer Jens Zeiler. (rud/fbr)

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