20.000 sahen Märchenmusical im Botanischen Garten

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Sind zufrieden: Die Macher des Brüder-Grimm-Festivals, Peter Zypries (von links), Michael Fajgel und Julia Wagner, in der Kulisse des Märchenmusicals.

Kassel. Zum Schluss spielte auch das Wetter mit. Da waren zu jeder Vorstellung alle 514 Sitzplätze auf der Tribüne des Brüder-Grimm-Festivals besetzt. Da hätten die Veranstalter sogar noch mehr Karten verkaufen können, als Plätze vorhanden waren.

An manchen Abenden der vergangenen 14 Wochen Spielzeit zeigte das Thermometer jedoch nur 10 Grad Celsius an. Und das habe dann leider auch spürbar die Lust auf Open Air gedämpft, sagt Peter Zypries, der Vorsitzende des Vereins Brüder-Grimm-Festival.

300 000 Euro Etat

Insgesamt falle die Bilanz des Festivals nach der Saison mit dem Märchenmusical Rapunzel gut aus. Sie sei vergleichbar mit dem vergangenen Jahr, als das Brüder-Grimm-Festival auf der Insel Siebenbergen in der Karlsaue „Hänsel und Gretel“ gespielt hatte. Rund 20 000 Besucher seien gekommen, und der Gesamtetat von 300 000 Euro sei durch die Einnahmen des Eintritts gedeckt.

Das habe daran gelegen, dass man 65 Sitzplätze mehr als 2011 anbieten konnte. So habe man die kühlen Tage mit einem Mehr an Belegung an schönen Abenden wettmachen können, sagt Zypries. Die Reputation des Festivals und die große Fan-Gemeinde zeigen sich daran, dass bereits vor der Premiere 8000 Karten verkauft waren. 12 000 Gäste haben das Musical besucht. Noch einmal 8000 kamen zu den Kindertheater-Veranstaltungen. Einmal habe man eine Vorstellung aufgrund eines Unwetters absagen müssen. Die Endabrechnung mit den exakten Zahlen werde Festivalbüro-Leiterin Julia Wagner kommende Woche vorlegen.

Eine große finanzielle Entlastung sei, dass das Festival keine Miete an die Stadt zahlen müsse. In den vergangenen vier Jahren, als es auf der Insel Siebenbergen stattfand, habe man insgesamt 160 000 Euro Miete an die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) gezahlt. Die so in diesem Jahr eingesparten 40 000 Euro seien in die Finanzierung der Livemusik und die Investition einer Musikanlage geflossen, sagt Zypries.

Begeisterung löste der neue Spielort im Botanischen Garten am Schlösschen Schönfeld aus. Nicht nur das Publikum sei vom Theater in einem kleinen Wäldchen fasziniert gewesen. Auch die Schauspieler hätten den Ort schätzen gelernt. „Aus theatertechnischer Sicht ist der Spielort optimal“, sagt Regisseur und Vorstandsmitglied Michael Fajgel. „Wir hatten erstmals richtige Auf- und Abtritte für die Schauspieler.“ Das Festival musste aus dem Park weichen, weil ihn die MHK der documenta 13 zur Verfügung gestellt hatte. „Die Unterstützung durch die Mitarbeiter des Umwelt- und Gartenamts sowie durch Kassel Marketing war großartig“, sagt Zypries. Dass man dort auch im nächsten Jahr spiele, sei gut vorstellbar. Eins stehe fest: Auf die Insel Siebenbergen kehre das Grimm-Festival nicht zurück.

Am Sonntag, 26. August, 11.30 bis 18 Uhr, gibt es im Botanischen Garten das Abschlussfest des Brüder-Grimm-Festivals für die ganze Familie, Eintritt: Kinder 5, Erwachsene 7 Euro. Info: www.brueder-grimm-festival.com

Von Christina Hein

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