Martinskirche und Stiftskirche Kaufungen

200.000 Euro für Sanierung aus Kirchenerhaltungsfonds

Wird umfassend renoviert: Die Kasseler Martinskirche. Archivfoto: Schachtschneider

Kassel. Die Kirchengemeinden Kassel-Mitte und Kaufungen haben für Sanierungsprojekte jeweils 100.000 Euro Stiftungsgelder aus dem Kirchenerhaltungsfonds erhalten.

Während einer Feierstunde im Haus der Kirche in Kassel übergab Stiftungsvorsitzender Andreas Fehr Förderbescheide im Gesamtwert von rund 570.000 Euro an die Vertreter von neun Kirchenkreisen in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Nordhessische Gemeinden erhielten dabei den Löwenanteil, weil ihre Mitglieder offensichtlich am spendenfreudigsten sind. Denn die Höhe der Förderung hängt unmittelbar von den aufgebrachten Spenden ab. Deren Betrag wird von der Stiftung verdoppelt. „Nutzen Sie den Schwung ihres Engagements für neue Projekte“, forderte Bischof Prof. Dr. Martin Hein sie auf.

„Damit kommen wir ein gutes Stück weiter“, sagte Dr. Hans Helmut Horn, Kirchenvorstandschef von Kassel-Mitte. Die Martinskirche sei seit ihrem Wiederaufbau nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg nie grundsaniert worden. Nun soll das Kirchenschiff weitgehend entkernt und ab dem Sommer neu gestaltet und eingerichtet, die Technik erneuert werden. Tatsächlich ist die Fördersumme nur ein Baustein im Finanzierungskonzept, das ein Volumen von 2,5 Millionen Euro hat.

In die Jahre gekommen: Die Georg-Peter-Wilhelm-Orgel in der Stiftskirche Kaufungen muss restauriert werden. Archivfoto: nh

Dagegen ist die Förderung der geplanten Restaurierung der 1802 gebauten Wilhelm-Orgel in der annähernd 1000 Jahre alten Stiftskirche für die Gemeinde Kaufungen fast die halbe Miete: Zusammen mit den durch viele Aktionen aufgebrachten Spendengeldern ist nun bereits knapp die Hälfte der veranschlagten Kosten von 420.000 Euro abgedeckt. „Da sind wir mächtig stolz drauf“, sagte Dekanin Carmen Jelinek, Vorsitzende des Förderkreises der Stiftskirche. Mit so einem Ergebnis habe man nicht gerechnet, weil die Wilhelm-Orgel nur die Zweitorgel der Kirche und für einen Abriss im Gespräch gewesen sei.

Der Kirchenerhaltungsfonds habe in den 14 Jahren seines Bestehens Investitionen von 18,4 Millionen Euro angeschoben und damit auch die heimische Bauwirtschaft unterstützt, sagte Fehr. Die Stiftungen litten alle unter dem seit Jahren niedrigen Zinsniveau. Dennoch hofft er, dass nächstes Jahr wieder mehr Gemeinden gefördert werden können. Die Landeskirche hatte das Kapital der Stiftung vor einem Jahr um 10 Mio. auf gut 25,8 Millionen Euro aufgestockt.

Von Peter Dilling

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