2015 wird entschieden

Kassel: Das Karussell der Spitzenposten dreht sich

Kassel. Erst 2016 steht die nächste Kommunalwahl an. Obwohl es bis dahin noch gut zwei Jahre dauert, werden schon jetzt erste Weichen gestellt. Denn im Laufe des kommenden Jahres werden bei der Stadt Kassel mehrere Spitzenposten neu besetzt.

SPD und Grüne führen hinter den Kulissen eifrig Gespräche, das Personalkarussell nimmt Fahrt auf. Die Entscheidungen sollen möglichst weit genug vor der Kommunalwahl geklärt sein, heißt es.

Als erster geht Kämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD) in den Ruhestand, seine Amtszeit läuft im Juli 2015 aus. Etwa ein halbes Jahr später, Mitte Dezember, endet die Amtszeit von Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD). Und kurz danach, spätestens im Februar 2016, müsste die Stadtverordnetenversammlung über eine Wiederwahl von Schuldezernentin Anne Janz (Grüne) entscheiden.

„Das entscheiden Partei und Fraktion.“

Offiziell halten sich die Spitzen der rot-grünen Rathauskooperation bedeckt, wie es im Magistrat weitergeht. Ein Grund für die Verschlossenheit dürfte sein, dass SPD-Fraktionschef Christian Geselle für einen Dezernentenposten gehandelt wird. Er selbst will sich zu einer möglichen Bewerbung nicht näher äußern. „Das entscheiden Partei und Fraktion“, so Geselle. Sicher sei nur, dass „irgendwann eine Stelle für ein weiteres Magistratsmitglied“ ausgeschrieben werden müsse.

Ob er Barthel als Kämmerer nachfolgt, ist nicht ausgemacht. Geselle, früher Polizist und studierter Jurist, käme vom Lebenslauf her eher für Kaisers Dezernat mit den Bereichen Ordnung, Sicherheit, Abfall und Sport in Frage. Zudem ist der 38-Jährige eine Nachwuchshoffnung der SPD, wenn es irgendwann um die Nachfolge von Oberbürgermeister Bertram Hilgen geht, der angedeutet hat, 2017 wieder anzutreten.

Kaiser wiederum gilt schon seit seinem Amtsantritt als „geparkter Kämmerer“, er ist diplomierter Finanzwirt. OB Hilgen müsste bei einem Wechsel dann womöglich die Dezernate neu zuschneiden. Amtsinhaber Barthel würde das wohl nicht gern sehen. Sein Verhältnis zu Kaiser gilt als zerrüttet.

Grünen-Fraktionschef Dieter Beig sowie der Parteivorsitzende Thomas Flügge wollen zum jetzigen Zeitpunkt keine Stellungnahmen zu Personalspekulationen abgeben. Bürgermeister Kaiser, zugleich SPD-Parteivorsitzender, zeigt sich indes zuversichtlich, „im Rahmen des guten Miteinanders einen Weg“ zu finden. Schließlich laufe die rot-grüne Kooperation gut – „auch die Inhalte stimmen“.

Janz vor Wiederwahl

Eine Wiederwahl von Schuldezernentin Janz gilt als unstrittig. Zu Kaiser gibt es hinter vorgehaltener Hand jedoch sowohl bei SPD wie auch den Grünen kritische Stimmen. „Nicht immer glücklich“ seien seine Auftritte gewesen, als es zum Beispiel um die Blitzer oder den abgelösten Klinikumschef Dr. Gerhard Sontheimer ging. Kaiser selbst fühle weiter den Rückhalt der rot-grünen Kooperation, sagt er. Wenn er Besuchergruppen durch das Rathaus führt, betont Kaiser aber stets: „Mein Vertrag ist befristet.“

Von Claas Michaelis

Wie die städtischen Spitzenposten vergeben werden und welche Posten bei der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV) neu besetzt werden, lesen Sie in der gedruckten Hessischen Allgemeinen von Donnerstag.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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