25-Jähriger ist leidenschaftlicher Wissenschaftler

Deutschlands beste Informatik-Masterarbeit: Dieser junge Kasseler ist ein Genie

Wurde ausgezeichnet: Marek Herde hat die beste Informatik-Arbeit Deutschland geschrieben.
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Wurde ausgezeichnet: Marek Herde hat die beste Informatik-Arbeit Deutschland geschrieben.

Ein Doktorand der Uni Kassel hat die beste Informatik-Masterarbeit Deutschlands geschrieben. Wer ist dieser Marek Herde?

Kassel – Marek Herde kann nicht als abschreckendes Beispiel für Eltern herhalten, die ihren Kindern die Zeit vorm Computer begrenzen wollen. Mit zehn Jahren hatte der 25-jährige Doktorand der Uni Kassel sein erstes eigenes Notebook, seine Mutter ließ ihn beim Computerspielen und Programmieren freie Hand. Nun schrieb er die beste Informatik-Masterarbeit Deutschlands.

Schon früh entdeckte Herde seine Leidenschaft für Mathematik und Computer. Anders als bei vielen seiner Mitschüler beschränkte sich sein Interesse aber nicht nur auf Konsolen- und Computerspiele. Der im Felsberger Stadtteil Wolfershausen aufgewachsene Herde gewann auf der Drei-Burgen-Schule in Felsberg mit Maximalpunktzahl Mathematikwettbewerbe und belegte die Computer AG.

„Wir haben beispielsweise Lego-Roboter gebaut und diese anschließend programmiert. Während meine Mitschüler Spaß am Legobauen hatten, war für mich das Programmieren interessanter“, erzählt der 25-Jährige. So entwickelte er schon als Kind zuhause kleine Computerspiele wie Schach und Schiffe versenken selbst.

Als in den Schulferien einmal das elterliche Internet ausfiel, nahm Marek Herde begeistert das Mathebuch zur Hand und löste in einem Rutsch Hunderte Aufgaben, die für das restliche Schuljahr noch anstanden. Den Unterrichtsstoff habe er sich allein über das Lesen erschlossen. „Da musste ich ein halbes Jahre keine Hausaufgaben mehr machen.“

Dass er mit seiner Faszination relativ alleine ist, musste er auf der weiterführenden Schule in Melsungen feststellen. Als er dort den Leistungskurs Informatik belegen wollte, wurde dieser mangels Teilnehmern abgesagt. So wurde es der Grundkurs Informatik.

Als er 2014 das Informatik-Studium an der Uni Kassel begann, eröffneten sich für Herde ganz neue Möglichkeiten. Während Kommilitonen unter Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik ächzten, fand er Gefallen daran. „Ich mag die Theorie und die Suche nach eleganten mathematischen Lösungen.“

Im Fachgebiet Intelligent Embedded Systems (Intelligente eingebettete Systeme) fand Marek Herde sein wissenschaftliches Zuhause. Dort befasst er sich vor allem mit Künstlicher Intelligenz. Bei Professor Bernhard Sick schrieb er im Jahr 2020 fünf Monate an seiner 110 Seiten starken Masterarbeit, die nun auf dem Fakultätentag Informatik zur besten Deutschlands ausgezeichnet wurde.

Aber worum geht es in seiner Arbeit mit dem Titel „Estimating Annotation Performances for Probabilistic Active Learning with Multiple Annotators“ überhaupt? Ganz einfach ausgedrückt geht es darum, wie Menschen und Künstliche Intelligenz besser zusammenarbeiten können. Denn die Zukunft des maschinellen Lernens sei das aktive Lernen, so Herde. Das heißt, die Künstliche Intelligenz wird nicht allein mit Wissen von Menschen gefüttert, sondern sie erschließt es sich eigenständig. Dafür greift sie auf ein Team von menschlichen Experten (Annotatoren) zurück, die ihr weiterhelfen, wenn sie Informationen nicht zuordnen kann.

„Mein Aspekt war, dass Menschen in diesem Prozess auch mal falsch liegen können und der Algorithmus dies berücksichtigen muss“, sagt Herde. Die Maschine müsse lernen, durch den Abgleich von unterschiedlichen Informationen die Genauigkeit und damit die Glaubwürdigkeit von einzelnen Informationen einzuschätzen.

Bei all der Kopfarbeit nimmt sich Herde auch Zeit für Sport. Er spielt Tischtennis und Badminton. Das sei als Ausgleich wichtig. (Bastian Ludwig)

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