Staatsgefährdende Gewalttat geplant?

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Kasseler wegen Terrorverdachts

Kassel. Er soll islamistische Webseiten aufgerufen haben, jetzt wird gegen einen 28-jährigen Kasseler ermittelt. Er steht unter Terrorverdacht. Viele Fragen in dem Fall sind offen.

Gegen den 28-Jährigen ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung in Wehlheiden wegen Verdachts des Drogenhandels fanden die Fahnder Hinweise, dass der Mann islamistische Internetseiten aufrief. Zuvor soll er sich in Syrien aufgehalten haben.

Man ermittele wegen des Anfangsverdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, die in diesen Fällen zuständig ist. Konkrete Anhaltspunkte gebe es aber noch nicht.

Der Kasseler habe Internetseiten zum Thema Islamischer Staat, Dschihad sowie Videos von terroristischen Kampfhandlungen und Tötungsszenen aufgerufen. Der Laptop und das Handy des Mannes, die bei der Durchsuchung beschlagnahmt wurden, werden nach Angaben der Sprecherin derzeit ausgewertet.

Der 28-Jährige aus Wehlheiden sitzt derzeit in Untersuchungshaft - allerdings wegen der Drogenvorwürfe. Die Polizei hatte im September wegen des Verdachts des Drogenhandels mit Amphetaminen im größeren Stil die Wohnung durchsucht, bestätigt Dr. Götz Wied, Sprecher der Kasseler Staatsanwaltschaft. Neben Rauschgift sei dabei auch eine Pistole gefunden worden.

Nach Berichten von „Spiegel Online“ soll der Kasseler nach seinem Syrienaufenthalt geplant haben, wieder in das Bürgerkriegsland zu reisen. Möglicherweise habe er die Terrororganisation Islamischen Staat (IS) mit Erlösen aus dem Rauschgifthandel unterstützen wollen. Nach Informationen der HNA soll der 28-Jährige, der in Kassel geboren wurde, bereits in seiner Jugend auffällig geworden sein, unter anderem wegen Gewalt und Sachbeschädigung.

Aktuell zählt das Landesamt für Verfassungsschutz rund 1500 Salafisten in Hessen. In Nordhessen sei Kassel am stärksten von salafistischen Aktivitäten betroffen. (rud)

Rubriklistenbild: © AFP

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