Prozess vor dem Landgericht

32-Jähriger soll seine Ex-Freundin in ihrer Wohnung vergewaltigt haben

Kassel. Der 32-jährige Mann aus dem Altkreis Kassel soll laut Anklage seine Ex-Partnerin mit einem Küchenmesser bedroht, ins Gesicht geschlagen und vergewaltigt haben.

„Sie hatte Todesangst.“ Mit diesen Worten schilderte am Mittwoch eine Zeugin vor der 5. Strafkammer des Landgerichts, was ihr ihre Freundin von der Vergewaltigung durch ihren ehemaligen Freund am 1. April vergangenen Jahres in ihrer Wohnung in Bettenhausen berichtet hat. Der 32-jährige Mann aus dem östlichen Altkreis Kassel soll laut Anklage seine Ex-Partnerin mit einem Küchenmesser bedroht, ins Gesicht geschlagen und vergewaltigt haben. Vor Gericht wurde auch der Chat-Verkehr der Zeugin mit der Freundin während des Tatzeitraums gesichtet. Der Angeklagte habe sie nach einer Neuaufname der Beziehung eineinhalb Wochen unterdrückt und gedemütigt, schreibt das Opfer darin an die Zeugin. Er sei völlig ausgeflippt und nun müsse sie ins Krankenhaus und zur Polizei.

Später erzählte das 26-jährige Opfer der Freundin, was sich an dem Nachmittag zugetragen habe. Nach der Vergewaltigung habe der Angeklagte gesagt: „Was habe ich getan? Jetzt kann ich dich nicht mehr am Leben lassen.“ Er habe versucht, sie mit Gas und mit Schnürsenkeln umzubringen, dann aber von ihr abgelassen. Der Mann war nach einigen Tagen auf der Flucht von der Polizei festgenommen worden. Derzeit sitzt er in Untersuchungshaft.

Eigentlich sollte das Verfahren am Mittwoch zu Ende gehen, jedoch werden nach Aussage von Richter Jürgen Stanoschek nun noch zwei weitere Verhandlungstage erforderlich, um den umfangreichen Chatverkehr aus diversen Whats-App-Verbindungen zu sichten und auszuwerten.

Erst Ende September 2017 war der Angeklagte vom Amtsgericht zu 13 Monaten Haft und Einweisung in eine Entziehungsanstalt verurteilt worden. Er hatte in einer Tankstelle randaliert, den Nachbarn seiner Freundin angegriffen und dessen Auto beschädigt. Später zerstach er noch die Fahrradreifen seiner Freundin. Schon für das Verfahren vor dem Amtsgericht hatte der Göttinger Psychiater Dr. Georg Stolpmann ein Gutachten über den mehrfach vorbestraften Mann mit einer langjährigen Drogen- und Alkoholkarriere erstellt. 

Auch dem aktuellen Prozess vor dem Landgericht ist Stolpmann als Gutachter beigeordnet. Er hatte dem Angeklagten eine dyssoziale Persönlichkeitsstörung bescheinigt, verstärkt durch sein Alkoholproblem. Der 32-Jährige habe Defizite in der Affektsteuerung und einfach „keine Werkzeuge, um Konfliktsituationen friedlich zu lösen“. Der Mann zeige ein egozentrisches und aggressives Verhalten, habe eine Störung des Selbstwertgefühles und scheue es, Verantwortung zu tragen. Der Psychiater hatte eine hohe Rückfallgefahr gesehen, die neue Straftaten sehr wahrscheinlich mache. Eine Therapie sei nötig, aber: „Er muss wollen, sonst hilft's nicht.“

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