Zahl der Flüchtlingskinder noch nicht absehbar

Einschulung in Kassel: 3390 starten ins Schulleben

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Erstmals auf dem Weg zur Schule: Über 3000 Abc-Schützen sind ab heute in Stadt und Landkreis Kassel unterwegs. Heute ist ihr erster Schultag. Autofahrer aufgepasst.

Kassel. Heute fällt der Startschuss ins Schulleben für insgesamt 3390 Kinder in der Stadt und im Landkreis Kassel. In Kassel werden 1510 und im Landkreis 1880 Kinder eingeschult.

Das entspricht in etwa den Zahlen des vergangenen Schuljahrs, sagt Helga Dietrich vom Staatlichen Schulamt. Eventuell könne sich die Zahl „geringfügig“ erhöhen. Derzeit gebe es aber nur Prognosen. Die Daten seien noch nicht erfasst.

„Nach vielen Jahren des Rückgangs können wir wohl leicht steigende Zahlen bei den Erstklässlern verzeichnen“, sagt Dietrich. Im Vergleich zum Vorjahr sinke die Gesamtschülerzahl zwar noch, „dies kann sich aber in ein bis zwei Jahren bereits ändern“.

Flüchtlingskinder

Unsicherheiten bestünden insbesondere aufgrund der „noch nicht klar absehbaren Anzahl von Einschulungen von Flüchtlingskindern, die sich nicht in einem Erstaufnahmelager der Außenstelle Gießen befinden, sondern bereits der Stadt oder den Gemeinden des Landkreises Kassel zugewiesen wurden“, sagt Dietrich. Ende September werde es diesbezüglich eine Veränderung der Schülerzahlen geben.

Helga Dietrich

Allein die Auefeldschule in der Südstadt startet ins kommende Schuljahr mit einem Zuwachs von 20 Flüchtlingskindern auf vier Jahrgänge verteilt. Bereits jetzt, so Dietrich, seien aufgrund der Bedarfsmeldungen der Schulen im Schulamtsbezirk zusätzlich elf Intensivklassen in Grund- und Gesamtschulen eingerichtet worden.

Das Land stockt die Zahl solcher Intensivklassen aktuell um 100 auf 399 auf. Das erklärte kürzlich Kultusminister Alexander Lorz. Die Beschulung von Flüchtlingskindern bezeichnete er als „größte Herausforderung des Schuljahrs“. Für Kinder von Erstaufnahme-Einrichtungen wie die in der Landesfeuerwehrschule Kassel besteht keine Schulpflicht.

Intensivklassen

In Intensivklassen erlernen schulpflichtige Flüchtlingskinder die deutsche Sprache. Das geschieht in Lerngruppen in der Regel mit nicht mehr als 16 Schülern im Umfang von 22 Wochenstunden. Ziel ist es, dass die Schüler nach Ablauf eines Jahres in die jeweiligen Regelklassen integriert werden können.

Dietrich: „Mit Blick auf eine voraussichtlich steigende Zahl zugewanderter Kinder hat das Staatliche Schulamt Vorsorge getroffen, um gegebenenfalls weitere Intensivklassen einzurichten.“ Die Standorte richteten sich nach der Zahl der zugewiesenen Flüchtlingskinder. Für Deutsch-Fördermaßnahmen an Schulen stünden in der derzeitigen Zuweisung 50 Lehrerstellen zur Verfügung. Sie seien bereits den Bedarfsmeldungen entsprechend verteilt worden.

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