3461 Unterschriften für Harleshäuser Freibad

Freizeitspaß und Sport an Sommertagen: Das Freibad Harleshausen müsste jedoch dringend saniert werden. Archivfoto: Koch

Kassel. 3461 Unterschriften für den Erhalt des Freibades Harleshausen haben eine Bürgerinitiative und der Förderverein innerhalb von vier Wochen gesammelt.

Diese übergab am Dienstag eine Delegation an Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD). 300 meist bunt bemalte Briefe von Schülern der Grundschule Harleshausen an Oberbürgermeister Bertram Hilgen hatte die Gruppe ebenfalls dabei, um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen.

Das Freibad habe eine wichtige soziale Funktion in dem Stadtteil. Hier kämen Jung und Alt zusammen, sagte Dr. Claudia Jürgens: „Es gibt kaum noch Plätze, wo sich Jugendliche treffen können.“ Schwimmen fördere nicht nur die Bewegung und Gesundheit, es könne auch lebensrettend sein, betonten die Harleshäuser.

Kinderbilder für den Oberbürgermeister: Isabel Pfurr, Meike Doherr-Pfurr, Richard Reichel, Dr. Claudia Jürgens, Luise Reichel, Ute Volz, Lara-Beatrice Pfurr und Johanna Reichel-Vossen (von links) übergaben neben den Bildern auch Unterschriften an Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel (Mitte).

Barthel zeigte Verständnis für den Wunsch, das Freibad zu erhalten. Zumal der engagierte Förderverein sich seit Jahren intensiv für das Bad einsetze. Es sei jedoch auch Aufgabe der Stadt, dafür zu sorgen, „dass wir unseren Haushalt in Ordnung kriegen“, sagte Barthel auch mit Blick auf nachfolgende Generationen. Beispielsweise müsse die Stadt im nächsten Jahr für alle unter Dreijährigen, deren Eltern es wünschen, einen Betreuungsplatz zur Verfügung stellen.

Andererseits seien die Besucherzahlen bei den Freibädern seit den 70er-Jahren dramatisch zurückgegangen. Noch 1971 zählte das Harleshäuser Bad 194 000 Besucher, 2011 waren es 32 000. Und auch Schulen und Vereine nutzten die Freibäder kaum. Barthel verwies zudem auf den Neubau des Kombibades am Auedamm, von dem die Menschen in allen Stadtteilen profitierten. Letztlich sei es eine Abwägungsfrage, sagte der Kämmerer. „Das müssen die Stadtverordneten entscheiden.“

Rund vier Millionen Euro würde eine Sanierung des Freibades Harleshausen voraussichtlich kosten. Da die gesamte Technik erneuert werden müsste, sei dies nicht in Etappen möglich, erläuterte Barthel. Diese Summe sei im städtischen Haushalt keinesfalls unterzubringen.

Die Harleshäuserinnen schlugen vor, dafür doch einfach bei den großen Festen im nächsten Jahr zu sparen.

Von Martina Heise-Thonicke

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