Magister und Diplom laufen aus – Hochschule setzt Ausschlussfrist

3500 Studenten droht Rauswurf aus Kasseler Uni

Kassel. Über 3500 Studenten an der Universität Kassel sind gezwungen, ihr Studium in den nächsten Jahren abzuschließen. Sie alle studieren auf die alten Abschlüsse Magister und Diplom. Nach der Umstellung auf das Bachelor- und Mastersystem läuft für sie die Übergangsfrist langsam ab.

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Besonders beeilen müssen sich Magister-Studenten. Werden sie bis September 2013 nicht fertig, droht die Zwangsexmatrikulation. Die letzten Diplome werden 2018 vergeben. Aus Sicht des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) sind die Fristen zu kurz.

Einen Zusammenhang zwischen der Überlastung der Universität mit Studierenden und dem Auslaufen der Studiengänge gebe es nicht, sagt Uni-Sprecher Guido Rijkhoek. Das Zwangs-Aus sei eine Folge der Bologna-Reform, nach der die Abschlüsse in Europa vereinheitlicht wurden. Wer nicht innerhalb der Fristen fertig werde, könne nicht weiterstudieren oder müsse in einen Bachelor-Studiengang wechseln. In letzterem Fall bestehe die Gefahr, dass bereits erbrachte Leistungen nicht anerkannt werden.

An der Universität Kassel sind noch 380 Magister-Studenten eingeschrieben. Ihnen hat die Universität mitgeteilt, dass sie sich spätestens nächstes Jahr zur Prüfung anmelden müssen. Bei den Diplom-Studiengängen werden einige schon jetzt nicht mehr angeboten, die letzten laufen 2018 aus. Davon sind insgesamt 3120 Studenten betroffen.

Der AStA übt Kritik an den Fristen. So würden Studenten mit Kindern, Behinderung oder jene, die nebenbei arbeiten müssen, unter Druck gesetzt. Wer 2007 noch Studierende in Magister-Studiengängen aufgenommen habe, müsse diesen – gerade wenn sie in schwierigen Situationen sind – die Zeit für einen Abschluss geben, sagt AStA-Vorsitzender Sebastian Weise-Kusche.

Uni-Sprecher Rijkhoek spricht von wenigen Härtefällen. Ein Großteil der Magister-Studenten habe sich zu viel Zeit gelassen.

Von Bastian Ludwig

Rubriklistenbild: © dpa

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