24-Jähriger hatte sich vor Auto gestellt, um Unfallflucht zu verhindern

Wie im Action-Film: 44-Jährige fährt absichtlich jungen Mann an

Kassel. Szenen wie in einem Actionfilm spielten sich Donnerstagbend auf der Rudolf-Schwander-Straße ab: Eine 44-jährige Autofahrerin aus Kassel fuhr gegen 22.35 Uhr absichtlich einen 24-Jährigen an, der sich vor den Wagen gestellt hatte, um eine Unfallflucht zu verhindern.

Wie sich später herausstellte, war die Frau betrunken.

Der junge Mann wurde durch den Zusammenstoß auf die Motorhaube geschleudert. Davon offenbar unbeeindruckt fuhr die 44-Jährige weiter in Richtung Scheidemannplatz und versuchte durch rasante Fahrmanöver den unfreiwilligen Passagier von der Motorhaube abzuwerfen, berichtet Polizeisprecher Michal Lange.

Sie fuhr Schlangenlinien mit scharfen Kurven, trat mit voller Kraft in die Bremsen und fuhr mehrfach über die Bordsteinkanten. Der Mann, der sich beiden Händen an der Motorhaube festklammerte, schrie lautstark um Hilfe, schildert Polizeisprecher Lange die Szene. Nach etwa 50 Metern gelang es dem 24-Jährigen, sich durch einen mutigen Sprung auf die Straße zu retten. Dabei verletzte er sich am Knie.

Die 44-jährige Autofahrerin fuhr Richtung Ständeplatz davon. Kurz darauf entdeckte eine Streife das gesuchte Auto vor einer Kneipe an der Korbacher Straße. Dort saß die 44-Jährige im Schankraum.

Sie gab zu, dass sie am Steuer des Wagens gesessen habe und stimmte einem Atemalkoholtest zu. Der ergab nach Angaben der Polizei 1,68 Promille. Die Kasselerin musste daraufhin mit aufs Revier zur Blutentnahme. Ihren Führerschein nahmen die Beamten ihr ab.

Vorausgegangen war dem Vorfall eine Auffahrunfall. Dabei hatte die 44-Jährige die Stoßstange des vorausfahrenden 24-Jährigen beschädigt. Weil die Frau weiterfahren wollte, ohne sich um den Schaden zu kümmern, hatte sich der junge Mann vor das Auto der Frau gestellt. Mit einer so rücksichtslosen und riskanten Reaktion hatte er dabei nicht gerechnet.

Gegen die Kasselerin werden nun Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Alkohol am Steuer und Unfallflucht eingeleitet. (rud)

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