Stadt Kassel gibt 100 000 Euro für Ersatzbepflanzung aus

Leipziger Straße: 44 neue Bäume über Nacht gepflanzt

Mit vereint Kräften: An der Leipziger Straße wurden in der Nacht zum Freitag auf einer Strecke von 2,5 Kilometern neue Bäume gepflanzt.
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Mit vereint Kräften: An der Leipziger Straße wurden in der Nacht zum Freitag auf einer Strecke von 2,5 Kilometern neue Bäume gepflanzt.

Sie sollen widerstandsfähiger gehen Hitze und lange Trockenperioden sein als ihre Vorgänger. An der Leipziger Straße wurden innerhalb einer Nacht zahlreiche alte Bäume gefällt und ersetzt.

Kassel. Es war eine Premiere, und sie hat hervorragend geklappt. In der Nacht zum Freitag sind an der Leipziger Straße 44 neue Bäume gepflanzt worden. Auf einer Strecke von 2,5 Kilometern zwischen den Stadtteilen Bettenhausen und Forstfeld, im Licht von Scheinwerfern bis in den frühen Morgen. „Das hat es in Kassel noch nicht gegeben, könnte sich an anderer Stelle aber bald schon wiederholen“, sagt Volker Lange vom städtischen Umwelt- und Gartenamt.

Pünktlich um 20 Uhr wurde die Leipziger Straße zunächst stadtauswärts gesperrt. Danach ging es Schlag auf Schlag. Die Baunataler Gartenbaufirma Klei hatte nahezu die gesamte Belegschaft und dazu noch den Maschinen- und Fahrzeugpark aufgeboten. An mehreren Stellen gleichzeitig waren die 35 Mitarbeiter mit mehreren Baggern und Lkw im Einsatz. „Wir hatten vier Wochen Vorlauf, jetzt muss alles klappen“, sagt Firmenchef Ulrich Klei. Bis zum Start des Berufsverkehrs am nächsten Morgen soll der Großauftrag erledigt sein. Völlig unproblematisch ist der erste Teil, das Fällen der alten Bäume. Wobei der Begriff nicht ganz stimmt. Denn die Eschen stehen erst seit 2007 an der viel befahrenen Hauptstraße. „Sei sind für diesen Standort nicht geeignet“, sagt Volker Lange. Zumindest die meisten von ihnen. Die dünnen Stämme, die sich kaum entwickelt haben, sind schnell gefällt. Einig sind besser mit den schwierigen Bedingungen zurechtgekommen und dürfen stehen bleiben. 100 000 Euro investiert die Stadt in mehr Grün für die Leipziger Straße. Die neuen Bäume heißen Zürgel, Blauglocken und Schindeleiche. Sie sind alle ursprünglich entweder in Südeuropa oder auch in Florida beheimatet.

Diese Bäume kommen, so die Hoffnung der Planer, besser mit zunehmend wärmeren Temperaturen und längeren Trockenperioden bei uns zurecht.

Damit sie gut anwachsen, wird jeder bereits vorhandene Baumstandort ausgebaggert und mit nährstoffreicher Erde versehen. Richtig schön tief, damit sie gut Wurzeln schlagen können. Für die alten Bäume, die teilweise auf Bauschutt standen, war das kaum möglich.

Schlag auf Schlag geht es an der Leipziger Straße voran. Baum fällen, Grube ausbaggern, etwas Erde rein, den Baum setzen, mehr Erde rein, feststampfen, den Baum mit Holzpfählen und Seilen stabilisieren – und weiter. Zum Schluss kommt dann noch der große Wasserwagen. Um 4.45 Uhr und damit eine gute Stunde früher als mit einem Zeitpuffer geplant, war alles erledigt. Auch die Gartenbauer, die dann endlich ins Bett durften.

Ähnliche Einsätze wird es demnächst unter anderem an der Kölnischen Straße geben. Die Stadtbäume haben es besonders schwer, Neuzugänge aus dem Süden wie Ginkgo und italienische Erle werden zunehmend das Bild bestimmen. (Thomas Siemon)

Tief in die Erde: Die jungen Bäume sollen beste Startbedingungen bekommen.

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