Documenta-Archiv: Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Digitalisierung

45 000 Bände ins Netz

Sie blättern in Bänden, die bald digitalisiert werden: Mehmet Güler (von links), Dr. Jürgen Spalckhaver, Ernst Wittekindt (alle Rotary Club), Karin Stengel, Leiterin des documenta-Archivs, und Oberbürgermeister Bertram Hilgen. Foto: Herzog

Kassel. „Das ist das, was ich mir immer gewünscht habe“, strahlte Karin Stengel, Leiterin des documenta-Archivs. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat erneut Geld für die Digitalisierung von Archivalien bewilligt. 129 000 Euro überweist die DFG dafür, dass wertvolle Altbestände online katalogisiert werden.

„Damit ist das documenta-Archiv strukturell auf einem Niveau, wie es besser nicht sein könnte“, sagt Stengel. Die Stadt Kassel trägt ergänzend zur DFG-Förderung Personalkosten mit. Eine zusätzliche Bibliothekarin und eine Bibliotheksassistentin werden 45 000 Bände in der Online-Bibliothek zugänglich machen.

In den vergangenen Jahren wurde bereits der Bestand an Fotografien, Videos und Presseausschnitten digital erfasst. In zwei Jahren soll die sogenannte „Retro-Katalogisierung“ abgeschlossen sein. „Ein großer Schritt für das documenta-Archiv“, wie auch Oberbürgermeister Bertram Hilgen betonte.

Für die Initialzündung für die Digitalisierung hatte 2003 der Rotary Club mit einer 13 000-Euro-Spende als Anschubfinanzierung gesorgt. Auch jetzt schossen die Rotarier 2000 Euro zu, um den „Quantensprung“, so Vorstandsmitglied Mehmet Güler, möglich zu machen. Denn die DFG verlangt außer der Eigenbeteiligung, dass Projekte durch bürgerschaftliche Unterstützung und Drittmittel mitgetragen werden. Das stellte die Spende der Rotarier sicher.

Die DFG hebt in ihrem Bescheid die besondere Stellung des documenta-Archivs innerhalb der deutschen Kultur- und Wissenschaftslandschaft hervor. Auch bei den Büchern der 60er- und 70er-Jahre, die nun nach internationalen Standards weltweit zugänglich gemacht werden, handelt es sich um „wirklich spannendes, tolles, einzigartiges Material“, sagt Karin Stengel. In Kassel wurde es zu einem Zeitpunkt gesammelt, als zeitgenössische Kunst längst noch nicht die heutige Bedeutung hatte.

Die Vorbildfunktion des documenta-Archivs wird auch daran deutlich, dass die Vereinigung europäischer Archive für Gegenwartskunst (European Art Net) am Wochenende eine Tagung in Kassel veranstaltet.

Von Mark-Christian von Busse

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