IG Metall fordert gleiche Löhne und Übernahme von Auszubildenden

4800 gegen Leiharbeit

Kundgebung vor dem Industriepark Mittelfeld: Die IG Metall hatte zum Protest gegen die Zunahme von Leiharbeit aufgerufen. Foto:  Konrad

Kassel. „Arbeit - sicher und fair“ - unter diesem Motto demonstrierten am Donnerstag Beschäftigte von Unternehmen im Industriepark Mittelfeld (Rothenditmold) für die Eindämmung der Leiharbeit. Die IG Metall sprach von 2000 Teilnehmern, insgesamt seien es in Kassel, bei VW in Baunatal und bei weiteren Kundgebungen in Nordhessen 4800 gewesen.

An der Wiener Straße/Ecke Struthbachweg forderten die Teilnehmer die Angleichung der Löhne von Leiharbeitern an die von Festangestellten. Besonders betroffen sind laut IG Metall die Auszubildenden: „Für viele gibt es nach der Ausbildung erst einmal nichts anders als Leiharbeit“, sagte Oliver Dietzel, Zweiter Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen. So war eine zentrale Forderung die unbefristete Übernahme der Auszubildenden in eine feste Beschäftigung. Ebenso wurde der Einsatz von Leiharbeitern in Betrieben, die bestreikt werden, kritisiert: „Das muss aufhören, sonst ist das Instrument des Arbeitskampfes ein stumpfes Schwert“, sagte Michael Rudolph vom DGB Nordhessen.

Der Aktionstag in Nord-Holland war eine von zahlreichen bundesweiten Aktionen. Hintergrund war die Entscheidung im Bundestag über gesetzliche Regelungen, wie Leiharbeit in Deutschland zukünftig aussehen soll. Dietzel rief in diesem Zusammenhang die Politik dazu auf, die Leiharbeit wirksam zu begrenzen. Selbst kleine Handwerksbetriebe griffen bereits auf Leiharbeiter zurück. Leiharbeit dürfe nur bei Auftragsspitzen und dann nur zu fairen Bedingungen eingesetzt werden. „Deutschland darf nicht zu einem Niedriglohnland verkommen“, warnte er. Neben den Beschäftigten im Industriepark Mittelfeld hatte die IG Metall auch Mitarbeiter der Metallbetriebe in Bettenhausen und im Volkswagenwerk Baunatal zur Beteiligung an dem Aktionstag aufgerufen. (pmk)

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