50-Kilo-Bombe in Kirchditmold entschärft

Kassel. Nach einer Evakuierungsaktion ist in Kirchditmold eine 50-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Fast 250 Einsatzkräfte waren am Montag an der Aktion beteiligt. Die amerikanische Fliegerbombe war bei Bauarbeiten an der Bardelebenstraße/Ecke Kasselfeld gefunden worden.

Gegen 17.30 Uhr durften die Bewohner wieder in ihre Häuser zurück. Ein Bagger hatte die Bomben bei Bauarbeiten für die Neugestaltung eines Platzes aus dem Boden geholt. Erst als die Bombe samt Erdaushub auf dem Anhänger eines Lkw landete, machten die Arbeiter die brisante Entdeckung. Bevor die Bombe von Sprengstoffexperten der Firma Taubert um kurz nach 17 Uhr entschärft wurde, musste das umliegende Wohngebiet in einem Radius von 150 Metern geräumt werden: Betroffen war der Bereich zwischen Zentgrafenstraße, Steinäcker und Herlebergweg.

„Etwa 800 Menschen sind in diesem Umkreis gemeldet. Am Ende stellte sich aber heraus, dass nur gut 100 von ihnen zu Hause waren und aus ihren Wohnungen geholt werden mussten“, sagte Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch.

Bombenfund in Kassel

Mit Lautsprecherwagen und Rettungstrupps, die sich zuvor im Lagezentrum an der Angersbachstraße versammelt hatten, durchkämmten die Einsatzkräfte die Siedlung und forderten die Bewohner auf, ihre Häuser zu verlassen. Busse der KVG brachten die Menschen ins Evakuierungszentrum, das in der Sporthalle in Harleshausen eingerichtet worden war. Hilfebedürftige Personen wurden mit Rettungswagen in das DRK-Seniorenzentrum am Jungfernkopf gebracht.

Aktualisiert um 20.36 Uhr

Die Polizei sicherte die Zufahrt über die Zentgrafenstraße in beide Richtungen ab. Als die Siedlung, mit Ausnahme der Sprengstoffexperten Dieter Brunner und Heinrich Spenner, gegen 17 Uhr menschenleer war, ging alles ganz schnell. „In zehn Minuten hatten wir die Bombe entschärft“, berichtet Brunner. Zuvor mussten er und sein Kollege das Kriegsrelikt aber erst vom Lkw-Anhänger auf den Boden hieven. Dort brachten die Experten eine sogenannte Raketenklemme an dem Zünder der Bombe an. Per Fernzündung wurde die Klemme aktiviert, sodass der Zünder aus dem Sprengkörper herausgedreht wurde. Verkehrsbehinderungen Aufgrund der polizeilichen Absperrmaßnahmen kam es seit dem Mittag in Kirchditmold zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. (bal)

Protokoll: Liveticker vom Einsatzort

++++++ 19.10 Uhr ++++++

Ein neues Video vom Bombenfund ist nun abrufbar.

++++++ 18.04 Uhr ++++++

Die Bewohner dürfen zurück in ihre Häuser. Die Absperrmaßnahmen werden derzeit nach und nach aufgehoben.

++++++ 17.40 Uhr ++++++

Die Evakuierung der betroffenen Gebiete wurde beendet. Etwa 100 Personen waren davon zwischenzeitlich betroffen, davon etwa 50 in der Harleshäuser Turnhalle und 30.

++++++ 17.32 Uhr ++++++

Der Bagger soll die Bombe bereits auf die Ladefläche eines Lastwagens gehoben haben, als der Baggerfahrer sie bemerkte.

++++++ 17.18 Uhr ++++++  

Die Bombe wurde offenbar erfolgreich entschärft.

++++++ 17.09 Uhr ++++++

Die Evakuierung der Wohnhäuser kann sich noch geraume Zeit hinziehen, teilt die Polizei mit.  

++++++ 16.55 Uhr ++++++

Gesperrt sind derzeit Steinstücker Weg, Zentgrafenstraße und Herlebergweg. Die Zufahrtstraßen zur Bardelebenstraße wurden weiträumig abgesperrt.

++++++ 16.40 Uhr ++++++

In dem Evakuierungsbereich befinden sich etwa 800 gemeldete Menschen. Hilfsbedürftige werden ins Seniorenheim Jungfernkopf gebracht, alle anderen können mit Bussen zur Harleshäuser Turnhalle an der Ernst-Leinius-Schule fahren. Mehrere Trupps gehen derzeit durch die Straßen und klingeln bei den Bewohnern.

++++++ 15.53 Uhr ++++++

Die KVG hat sieben Busse eingesetzt, mit denen die Bewohner aus dem gefährdeten Gebiet gebracht werden sollen.

++++++ 15.45 Uhr ++++++

Derzeit werden alle Kräfte zusammengezogen. Anschließend soll die Evakuierung beginnen.

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