Von Seiltanz bis Salat

5000 kamen zum großen Fest in den Kulturbahnhof

Kassel. Erdmännchen im Kulturbahnhof, das wäre doch mal was! Und Pinguine. Außerdem ganz viele Blumen. Und vielleicht ein Raketenstart. Diese Wünsche haben Kinder am Samstag am Kulturbahnhof in Bildern festgehalten.

Angebracht auf dem „Zukunftshaus“ auf dem Bahnhofsvorplatz malten sie ihre eigene Vision vom Kulturbahnhof.

Das große Fest, zu dem die Kultureinrichtungen des Bahnhofs eingeladen hatten, ließ hingegen kaum Wünsche offen. Am Nachmittag Familienfest, am Abend Party. Rund 5000 Besucher tummelten sich über den Tag verteilt in und um des Bahnhof, schätzt Frank Thöner vom Kulturbahnhof.

An verschiedenen Stationen konnten Kinder und Erwachsene aktiv werden. Ein Renner war dabei das Stromodrom der Nachrichtenmeisterei. Dort konnte man gegeneinander an der E-Gitarre antreten. Allerdings ging es nicht um Rockmusik, sondern Stromerzeugung: Je kräftiger man die Kurbel an der Gitarre dreht, desto schneller bewegt sich der zugehörige Mini-Lastwagen auf einer Art Carrera-Rennbahn. Da musste sich auch ein gestandener Musiker wie Kurt Sogel aus Kassel gegen die zehnjährige Christin Schweitzer geschlagen geben.

An der großen NVV-Kugelbahn bauten Moritz (6) und Jacob (8) Striegel neue Verbindungen für Kassel auf. Dabei durften sich die Kinder auch neue Stationen ausdenken. Demnach sind die Kasseler Regiotrams bald bis Hamburg, Köln und ins Fantasialand unterwegs.

Auch Bühnenprogramm gab es nicht zu knapp: Neben verschiedenen Live-Bands war ein Publikumsmagnet die Seiltänzerin Melanie Hagedorn (Bonn). Nicht straff gespannt, sondern schlaff ist das Seil, auf dem sie ihre Kunststücke zeigt. Aufstehen, anziehen, ein Glas Sekt trinken - auf dem dünnen Band werden Alltagsdinge zum Drahtseilakt.

Fotos vom Fest im Kulturbahnhof

Impressionen vom Fest im Kulturbahnhof

Wenige Schritte weiter mutete der Ausstellungsraum Stellwerk an wie eine Gärtnerei. Die Kasseler Kunsthochschul-Studentin Katharina Reich hatte hunderte Töpfchen mit jungen Pflanzen aufgebaut. „Das hier ist der einzige Bahnhof, den ich kenne, in dem es keinen Blumenladen gibt“, erklärt die 27-Jährige ihre Idee. Die Besonderheit der von ihr selbst gezogenen Pflänzchen: Alle haben (oder bekommen noch) rote oder violette Blätter: Radicchio, rotes Basilikum, Rotkohl und Gartenmelde, ein spinatähnliches Gewächs. Die Töpfchen verkaufte die passend in weinrot gekleidete Künstlerin für 55 Cent an die Besucher.

Selbst ein documenta-Kunstwerk hatte das Bahnhofsfest zu bieten: Wie zu d13-Zeiten wandelten durch den Trubel des Bahnhofs wieder Menschen mit Kopfhörern auf den Ohren und einem Abspielgerät in der Hand. Auch zwei Jahre nach der documenta ist der „Alter Bahnhof Video Walk“ offenbar immer noch ein Lieblingskunstwerk der Kasseler. (rud)

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