Trotz Milliarden-Gewinn: Wintershall erhält 500.000 Euro Fördergeld

Neubau der Wintershall-Kita.

Kassel. Der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Dachverband der freien Kindertagestätten in Kassel kritisieren das Land für die öffentliche Förderung der neuen Betriebs-Kita des Wintershall-Konzerns.

Es könne nicht sein, dass ein Unternehmen, das im Jahr 2010 fast eine Milliarde Euro Gewinn gemacht hat, 500.000 Euro Steuergeld für den Neubau einer Kita auf der Marbachshöhe erhält, die nicht für konzernfremde Eltern geöffnet sei.

Winterhall und das Hessische Wirtschaftsministerium weisen die Kritik zurück. Die 2,1 Mio. Euro teure Betriebs-Kita mit 70 Plätzen entlaste alle öffentlichen und privaten Kitas im Stadtgebiet. Darüber hinaus, so Wirtschaftsminister Dieter Posch, sei das Geld aus dem entsprechenden 4,7 Mio. Euro schweren EU-Fonds, dessen Förderperiode bis 2014 laufe, noch nicht ausgeschöpft: „Wenn wir das Geld nicht für die Region abrufen, geht es wieder zurück an die EU.“

Zuletzt seien nicht genug Anträge von kleinen und mittelständischen Betrieben auf eine Förderung eingegangen, für deren Kita-Pläne das Geld ursprünglich gedacht gewesen sei. „Mit unserem Engagement bei Wintershall erhoffe ich mir eine Signalwirkung auch für kleinere Firmen.“ Posch könne die Diskussion um die Förderung von Wintershall nachvollziehen. Aber mit Wintershall werde ein Unternehmen unterstützt, dass sich mit der Internationalen Schule auch zukünftig für die Region engagieren will.

„Die Förderung ist legal – keine Frage. Es ist eher eine moralische Frage, ob ein Großkonzern mit Steuergeld unterstützt wird, ohne dass er im Gegenzug Plätze für die Allgemeinheit einrichten muss“, sagt Harold Becker, Regionalgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. (bal)

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