Keine Verkäufe

57,7 Mio. Euro: Stadt hat Kunstschatz im Millionenwert

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Städtischer Kunstbesitz hängt auch in der Neuen Galerie: Unser Bild zeigt im Vordergrund das Werk „Love as object“ des amerikanischen Künstlers Jonathan Lasker. Die Stadt Kassel hatte das Gemälde 2008 gekauft. 

Kassel. Die Stadt Kassel sitzt auf einem millionenschweren Kunstschatz. In der jüngsten Bilanz sind die Werke im städtischen Eigentum mit insgesamt 57,7 Mio. Euro aufgeführt. Der eigentliche Wert dürfte aber viel höher liegen.

Das sagt Kämmerer Jürgen Barthel. In die Bilanz würden die Kunstwerke meist nur mit ihren Versicherungssummen einfließen. Auf dem freien Markt ließen sich deutlich höhere Preise erzielen. Ein Verkauf stehe aber keinesfalls zur Debatte.

Seit 2006, als die doppelte Buchführung eingeführt wurde, ist die Stadt verpflichtet, alle Vermögensgegenstände aufzuführen. Und davon hat die Stadt in ihren Museen und Depots Hunderttausende. Die große Anzahl ergibt sich etwa aus den naturkundlichen Sammlungen mit abertausenden Insekten-Präparaten.

Trotz seines Umfangs ist der Schatz des Naturkundemuseums vergleichsweise wenig wert. Die Stadt beziffert ihn mit 4,6 Mio. Euro. Unter dem Dach des im Umbau befindlichen Stadtmuseums geht es ebenso bescheiden zu: Dessen Kunstwerke sind mit etwa vier Mio. Euro versichert.

Den weitaus größten Wert haben die Ausstellungsstücke des früheren Brüder-Grimm-Museums, dessen Werke ab Sommer in der neuen Grimmwelt auf dem Weinberg präsentiert werden. 30 Mio. Euro sind die Hinterlassenschaften der Grimms schwer - darunter kostbare Bücher, Zeichnungen und Grafiken.

Weitere Millionen aus städtischem Besitz hängen in der Neuen Galerie. Auch im documenta-Archiv lagert mit 4,6 Mio. Euro Wertvolles, darunter Kunst von Joseph Beuys. Die Außenkunstwerke, die nach documenta-Ausstellungen gekauft wurden, schlagen mit 500 000 Euro zu Buche.

Ein Verkauf von öffentlichem Kunstbesitz, wie er in Nordrhein-Westfalen im Zusammenhang mit der zerschlagenen WestLB geplant ist, sei trotz der hohen Schulden Kassels kein Thema, sagte Barthel.

Von Bastian Ludwig

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