Die Hitze lockte so viele Schwimmer wie zuletzt 2003 in die Kasseler Freibäder - Konflikt um Sanierung

5800 Badegäste an einem Tag

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Abkühlung im Wasser: Dorothee (von links), Joanna, Anna-Sophie und Asmer – Schülerinnen der Waldorfschule Kassel – vergnügten sich am Mittwoch im Freibad Wilhelmshöhe.

Kassel. Besucherrekord in Kassels Freibädern: Bei Temperaturen über 30 Grad kühlten sich am Mittwoch 3366 Menschen im Freibad Wilhelmshöhe ab. Im Freibad Harleshausen waren es 2442. Laut Stadtwerke-Sprecher Ingo Pijanka besuchten zum letzten Mal im Jahr 2003 so viele Badegäste Kassels Freibädern an einem Tag.

Damit die beiden Bäder auch künftig genutzt werden können, müssen sie umfangreich saniert werden. Darüber ist in den vergangenen Monaten ein heftiger Streit entbrannt. Die SPD-Fraktion im Rathaus hatte vorgeschlagen, das Gelände des Bades in Wilhelmshöhe zu verkaufen und mit dem Erlös das Bad in Harleshausen zu sanieren. Es gibt allerdings noch einen geltenden Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, wonach beide Bäder saniert werden sollen.

Die Stadt hatte für die Sanierung beider Bäder Kosten von etwa zehn Millionen Euro kalkuliert. Diese Summe lässt sich mit den haushaltsrechtlichen Vorgaben, denen die hoch verschuldete Kommune unterworfen ist, kaum vereinbaren. Die Fördervereine der beiden Bäder zweifeln die genannte Summe aber ebenso an wie viele Stadtverordnete.

Ein vom Förderverein Freibad Wilhelmshöhe in Auftrag gegebenes Gutachten des Karlsruher Instituts SMP besagt, dass die Substanz des Beckens deutlich besser als bisher angenommen. Bezüglich der Bewehrung, also dem im Beton eingefassten Stahl heißt es: „Ein praktisch bedeutsamer Verlust des Korrosionsschutzes [Schutz gegen Rost] der Bewehrung liegt derzeit nicht vor und muss auch zukünftig nicht erwartet werden.“ Die weitere Nutzbarkeit des Beckens sei gegeben.

Mit einer Becken-in-Becken-Lösung, bei der eine Wanne aus Metall oder Kunststoff in das jetzige Becken gesetzt wird, kann das Freibad offenbar nach einem Konzept des Kasseler Architektenbüros ANP für 3,4 Millionen Euro saniert werden. Veröffentlicht werden soll das Sanierungskonzept laut dem Fördervereins-Vorsitzenden Prof. Kuno Hottenrott nach einer gemeinsamen Gesprächsrunde mit der Stadt, den Städtischen Werken und der Bau- und Verkehr-Consulting. Die ist für Anfang Juli geplant.

Der Streit um die Freibäder hat die Kooperationspartner von SPD und Grünen im Rathaus entzweit: Noch gibt es keine Lösung im Streit der beiden Parteien. Dabei drängt die Zeit: Wenn im kommenden Jahr mit der Sanierung eines oder beider Bäder begonnen werden soll, müssen die Kosten im Haushaltsplan 2014 berücksichtigt werden. Dass im September Landtag und Bundestag neu gewählt werden, macht die Beratungen allerdings nicht einfacher. (mkx/hai)

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