5929 Stimmen: Initiative „Rettet den Weinberg“ übergab Unterschriften

Protestaktion: Ein als Clown verkleideter Unbekannter malte auf dem Rathausplatz den „Mann im Turm“ von Stephan Balkenhol auf die Kiste, in der die Unterschriften übergeben wurden. Fotos: Konrad

Kassel. 5929 Unterschriften hat die Bürgerinitiative „Rettet den Weinberg“ der Stadt übergeben. Die Initiative richtet sich gegen den geplanten Standort des Brüder-Grimm-Museums auf dem Weinberg. Mit der Übergabe will die Initiative möglichst noch in diesem Jahr einen Bürgerentscheid herbeiführen.

„Wir wollen das Gesamtprojekt ,Grimm-Welt’ nicht kaputt machen, aber wir wollen keine Bebauung auf dem Weinberg“, sagte Dr. Martin Dodenhoeft von der Bürgerinitiative. Stattdessen favorisiert die Initiative für das Grimm-Museum den Standort neben der nördlichen Torwache am Brüder-Grimm-Platz. Ziel des Bürgerentscheids soll es sein, den Bau einer neuen „Grimm-Welt“ auf dem Weinberg um zwei Jahre zu verschieben und frühestens im Sommer 2014 mit dem Bau zu beginnen.

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Im Lesezimmer des Rathauses empfing Manfred Merz, Leiter des Büros des Oberbürgermeisters, die etwa 20 Vertreter der Bürgerinitiative und nahm die Unterschriftenlisten entgegen. Jetzt wird laut Merz zum einen die rechtliche Zulässigkeit der Aktion geprüft, zum anderen, ob die für einen Bürgerentscheid notwendigen 4369 gültigen Unterschriften zusammengekommen sind. Sollte die Aktion als unzulässig gewertet werden, wollen die Mitglieder der Initiative vor Gericht ziehen. Die Prüfung wird laut Karsten Schwartz, Leiter der Wahlabteilung im Haupt- und Bürgeramt, etwa zwei Wochen dauern. „Sollten nicht genügend gültige Unterschriften vorhanden sein, können die jederzeit nachgereicht werden“, sagte Schwartz. Nach der Sommerpause rechnet Merz mit einer Vorlage für die Stadtverordnetenversammlung. Merz betonte nochmals, dass die Stadt das Projekt wie geplant umsetzen wolle.

Martin Renker von der Bürgerinitiative wie auch Dodenhoeft kritisierten im Vorfeld die Informationspolitik der Stadt als verbesserungswürdig. „Hätte man die Anwohner früher informiert, hätte man jetzt nicht diese Konfrontation“, sagte Dodenhoeft. Er regte eine Informationsveranstaltung mit Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Stadtbaurat Christof Nolda vor einem Bürgerentscheid an, um die Positionen öffentlich darzustellen.

Im Vorfeld der Übergabe der Unterschriften machten die Gegner der Weinbergbebauung mit Transparenten und Parolen wie „Rettet den Weinberg“ und „Grimms zum Grimm-Platz“ lautstark auf dem Rathausplatz Werbung für ihr Begehren. Ein als Clown verkleider Unbekannter gestaltete die Kiste, in der die Unterschiften übergeben wurden, mit der Skulptur des Künstlers Stephan Balkenhol im Turm der Elisabeth-Kirche als Symbol dafür, dass sich Widerstand lohnt. (mkx)

Von Mirko Konrad

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