1. Startseite
  2. Kassel

Bald A13-Gehalt auch für Grundschullehrkräfte in Hessen

Erstellt:

Von: Christina Hein

Kommentare

Immer wieder Proteste am 13. November: Auch bei dieser Demo auf dem Opernplatz im Herbst 2021, organisiert von der die Bezirks-Fachgruppe Grundschule der GEW Nordhessen, wurde A 13 gefordert. Vorne Katja Groh, Gundschullehrerin aus Fuldabrück-Bergshausen. Archi
Immer wieder Proteste am 13. November: Auch bei dieser Demo auf dem Opernplatz im Herbst 2021, organisiert von der die Bezirks-Fachgruppe Grundschule der GEW Nordhessen, wurde A 13 gefordert. Vorne Katja Groh, Gundschullehrerin aus Fuldabrück-Bergshausen. Archi © Andreas fischer

Grundschullehrkräfte sollen künftig ein A 13-Gehalt bekommen. Das kündigten Ministerpräsident Boris Rhein und Kultusminister Alexander Lorz an.

Kassel / Wiesbaden – „Der jahrelange Protest hat sich ausgezahlt“, sagt Heike Ackermann, Grundschullehrerin in Kaufungen und stellvertretende hessische GEW-Vorsitzende. „Wir sind endlich am Ziel.“ Ministerpräsident Boris Rhein und Kultusminister Alexander Lorz haben gestern angekündigt, die Besoldung von Grundschullehrkräften schrittweise anzuheben.

In Kassel wie anderswo hatten jedes Jahr zur gleichen Zeit, Grundschullehrkräfte protestiert, um auf ihre Forderung nach der „lange überfälligen, gerechten Bezahlung“ nach A 13 aufmerksam zu machen. Der 13. November, der Tag, an dem sich auch auf dem Kasseler Opernplatz die Protestierenden versammelten, war zu einem Symbol geworden: Vergleicht man die Besoldung von Lehrkräften, dann arbeiten hessische Grundschullehrerinnen und -lehrer ab dem 13. November für den Rest des Jahres unentgeltlich.

Es ging uns immer auch darum, dass der Primarbildung durch eine angemessene Besoldung die Wertschätzung zuteil kommt, die sie verdient.

Heike Ackermann

„Die angekündigte Gleichstellung der Grundschullehrkräfte ist ein Erfolg der GEW“, sagt Ackermann. Sie begrüßt die von Ministerpräsident Rhein und Kultusminister Lorz angekündigte schrittweise Anhebung der Besoldung von Grundschullehrkräften als „richtigen und überfälligen Schritt“.

„Sehr guter Tag“: GEW zeigt sich zufrieden mit Gehaltserhöhung für Grundschullehrkräfte

Heike Ackermann: „Für die rund 18 000 Kolleginnen und Kollegen an den Grundschulen, die derzeit noch schlechter bezahlt werden als alle anderen Lehrämter, ist es ein sehr guter Tag. Sie werden von diesem Erfolg der GEW deutlich profitieren. Es ging uns immer auch darum, dass der Primarbildung durch eine angemessene Besoldung die Wertschätzung zuteil kommt, die sie verdient.“ Schließlich würden in den Grundschulen die „unverzichtbaren Fertigkeiten für den weiteren Bildungsweg der Schülerinnen und Schüler vermittelt“.

Heike Ackermann, GEW
Heike Ackermann, GEW © Privat

Nach Einschätzung der GEW wird A 13 an Grundschulen auch einen Beitrag dazu leisten, „den eklatanten Lehrkräftemangel schneller zu überwinden“. Dazu sagt Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen: „Hessen drohte durch das lange Zögern der schwarz-grünen Koalition zum letzten Wagen im A 13-Zug zu werden. Inzwischen zahlt bereits die Mehrzahl der Bundesländer ihre Grundschullehrkräfte deutlich besser.“ Allerdings gehe die Landesregierung nach wie vor zu zögerlich vor, wenn sie sich bis 2028 Zeit lassen will, um die Besoldung voll anzugleichen. Wir werden uns die konkrete Umsetzung daher genau ansehen und auf mehr Tempo pochen.“

Bald A13-Gehalt auch für Grundschullehrkräfte in Hessen: Bedarf an Personal ist groß

Ministerpräsident Rhein und Kultusminister Lorz kündigten zudem die Schaffung von zusätzlichen Stellen für Lehrkräfte sowie Verbesserungen bei der Sommerferienbezahlung an. Auch diese Maßnahmen sind aus Sicht der GEW Hessen „überfällig“. Der Bedarf an zusätzlichen Lehrkräften sei groß.

Er steige nicht nur wegen der Aufnahme von Geflüchteten, sondern auch durch steigende Geburtenzahlen sowie den kommenden Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz. „Allerdings gibt es derzeit nur im Gymnasiallehramt genug ausgebildete Lehrkräfte, die unmittelbar eingestellt werden könnten. Daher seien weitere Maßnahmen unerlässlich, etwa die Anerkennung von Lehramtsabschlüssen aus dem Ausland sowie attraktive Quereinstiegsprogramme.

„Die Tatsache, dass in Hessen frisch ausgebildete Lehrkräfte ebenso wie Vertretungskräfte in den Sommerferien in die Arbeitslosigkeit geschickt wurden, verringert die Attraktivität des Arbeitgebers Hessen massiv“, so Hartmann. Hier sei Abhilfe dringend geboten. Dabei werde es darauf ankommen, dass die wohlklingenden Ankündigungen in der Praxis umgesetzt werden. „Darüber werden wir zusammen mit den GEW-Personalräten aufmerksam wachen.“

Auch interessant

Kommentare