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Lehrschwimmzentrum in Kassel geplant: Ab 2026 wird geschwommen

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Von: Christina Hein

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Auf dem Grundstück an der Wilhelmshöher Allee in Kassel vor der Luisenschule (Mitte im Hintergrund) soll das Schwimmbad gebaut werden, rechts das Gebäude des Staatlichen Schulamts, dahinter die Kreuzkirche.
Platz für das Lehrschwimmzentrum: Auf dem Grundstück an der Wilhelmshöher Allee vor der Luisenschule (Mitte im Hintergrund) soll das Schwimmbad gebaut werden, rechts das Gebäude des Staatlichen Schulamts, dahinter die Kreuzkirche. © Andreas Fischer

Oberbürgermeister Christian Geselle stellt die Pläne für das neue Lehrschwimmzentrum an der Luisenschule in Kassel vor.

Vorderer Westen – Einen ambitionierten Zeitrahmen sieht Oberbürgermeister Christian Geselle für den Bau des neuen Lehrschwimmzentrums auf dem Grundstück der Luisenschule an der Wilhelmshöher Allee vor: 2025 sollen alle Bauaufträge für den Neubau vergeben sein, und Ende 2026 möchte der OB den Kasseler Schulen das neue Bad mit drei Lehrschwimmbecken zur Verfügung stellen. Geselle ließ es sich nicht nehmen, den Mitgliedern des Schulausschusses persönlich die Baupläne der GWGpro sowie die entsprechende Machbarkeitsstudie zu präsentieren.

Auf dem 6655 Quadratmeter großen Grundstück, das sich im Besitz der Stadt Kassel befindet, bestehen laut Geselle, die „geeigneten Voraussetzungen“ für den Neubau, der einen Fußabdruck von 2300 Quadratmetern haben wird. Weil die Fläche „für den Gemeinbedarf ausgewiesen ist, sei kein Bauplanverfahren nötig, sondern nur eine Baugenehmigung. Das sorge außerdem für eine Zeitverkürzung.

Für eine potenzielle Erweiterung der Luisenschule bliebe auch nach dem Bau eine ausreichende Grundstücksfläche von 1500 Quadratmetern zur Verfügung, erklärte Geselle. Die ÖPNV-Anbindung sei mit einer Tram-Haltstelle auf der Wilhelmshöher Allee für mehrere Linien direkt vor dem Neubau ebenfalls ideal.

Ausgestattet wird das Lehrschwimmzentrum mit drei Becken: zwei klassischen Lehrschwimmbecken, je 12,5 mal 8 Meter groß, sowie einem multifunktional nutzbaren Schwimmbecken mit Hubboden für eine variierbare Wassertiefe, 12,5 mal 10 Meter groß. Da die Kasseler Schwimmbäder ausgelastet seien, bestehe dort nur eine begrenzte Kapazität für mehr Schulschwimmen, so Geselle: „Deshalb soll mit dem neuen städtischen Lehrschwimmzentrum der größte Teil des Schul- und Lehrschwimmens abgedeckt sowie dem steigenden Bedarf nach Schwimmkursen entgegengekommen werden.“

Neben den städtischen Schulen soll das Angebot auch kostenlos den Vereinen, die Schwimmkurse anbieten, zur Verfügung stehen. In den Ferien könnten Schwimmkurse für Hortkinder stattfinden. Geselle: „Ich würde mich freuen, wenn das neue Lehrschwimmzentrum rund um die Uhr genutzt wird.“

Bauherr ist die Stadt Kassel Immobilien GmbH & Co. KG, Betreiber wird der Bäderbetrieb der Städtischen Werke sein. Mit dem Land Hessen sei man wegen einer Förderung im Gespräch, sagte Projektentwickler Jörg Schaal von der GWGpro. Laut Geselle stehe aus Wiesbaden eine Summe von einer Million Euro in Aussicht.

Zu den veranschlagten Kosten heißt es aus dem Rathaus: „Auf Grundlage der bislang erstellten Machbarkeitsuntersuchung ist noch keine seriöse Kostenermittlung und -benennung möglich. Die Kosten werden im Zuge der noch zu erstellenden architektonischen Objektplanung ermittelt und konkretisiert.“

Am Ende der Sitzung äußerte der SPD-Stadtverordnete Mario Lang, von Beruf Architekt, Bedenken gegen eine Bebauung in direkter Verlängerung zum benachbarten Staatlichen Schulamt. Es handele sich dabei um ein Nazi-Gebäude, das bewusst in einer gewissen Entfernung zur Wilhelmshöher Allee erbaut worden war.

Um sich von der Nazidiktatur zu distanzieren, schlägt Lang vor, die Flucht zu verlassen und den Grundriss des Schwimmbads in einem anderen Winkel zu setzen. Auch wünschte er sich, möglichst viel Grün an der Wilhelmshöher Allee zu erhalten, damit der ursprüngliche Landschaftscharakter der Allee gewahrt bleibe. Die Mitglieder des Ausschusses stimmten der Machbarkeitsstudie zu.

Aktuell vier Lehrschwimmbecken in Kassel

In der Stadt Kassel gibt es derzeit vier Lehrschwimmbecken in Schulen zusätzlich zu den bestehenden Hallenbädern Auebad und Hallenbad Süd, die ebenfalls Lehrschwimmbecken enthalten. Bedingt durch einen erheblichen Sanierungsstau stehen drei Lehrbecken (in der Hupfeldschule, der Johann-Amos-Comenius-Schule und dem Wilhelmsgymnasium) zur Disposition, das heißt, vor der endgültigen Schließung, heißt es in der Machbarkeitsstudie. Lediglich das Schwimmbecken in der Förderschule Alexander-Schmorell-Schule werde demnächst umfassend saniert und danach wieder geöffnet, so Geselle.

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