Bauwerk an der Schlagd wird offiziell umbenannt

Ab Juni ist das die Lübcke-Brücke in Kassel

Fulda, Unterneustadt, Karl-Branner-Brücke, Rondell Foto: Andreas Fischer
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Vor der Umbenennung: Im Juni wird aus der Karl-Branner-Brücke in Kassel die Walter-Lübcke-Brücke.

Rund zwei Jahre nach der Ermordung des Regierungspräsidenten Walter Lübcke wird nun auch in der Stadt Kassel ein Bauwerk nach ihm benannt. Die Fußgängerbrücke an der Schlagd, die bislang noch den Namen des früheren Oberbürgermeisters Karl Branner trägt, soll im Juni offiziell nach Lübcke umbenannt werden. Das teilte die Stadt auf Anfrage mit.

Kassel - Mittlerweile seien alle Voraussetzungen für die Umbenennung der Brücke, die die Stadtteile Mitte und Unterneustadt verbindet, geschaffen. Nachdem beide Ortsbeiräte dem Namen zugestimmt haben, sind nun auch die Widerspruchsfristen verstrichen.

Die Umbenennung solle in einer kleinen, würdigen Feierstunde im Beisein der Familie Lübcke und Vertretern der Ortsbeiräte Unterneustadt und Mitte stattfinden, heißt es vonseiten der Stadt. Das genaue Datum werde man nicht veröffentlichen, da coronabedingt keine große Öffentlichkeit hergestellt werden soll. Bereits kurz nach der Ermordung von Lübcke am 2. Juni 2019 durch den rechtsextremen Stephan Ernst gab es von Mitarbeitern des Regierungspräsidiums, das sich in direkter Nachbarschaft der Brücke befindet, und von verschiedenen Bürgern den Vorschlag, die Brücke nach dem christdemokratischen Regierungspräsidenten umzubenennen.

Schon damals wurde lautstark darüber diskutiert, dass die Brücke einen neuen Namen bekommen soll. Hintergrund der Debatte war die Verstrickung des ehemaligen SPD-Oberbürgermeisters Branner (1910 bis 1997) in das NS-Regime.

Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) war von Beginn an von dieser Idee angetan. Dieses verbindende Bauwerk ganz in der Nähe des Regierungspräsidiums sei ideal geeignet, um das Andenken des Regierungspräsidenten Lübcke insbesondere für seinen Einsatz für Demokratie und Menschlichkeit zu bewahren und an seine Ermordung durch einen rechtsextremistischen Täter mahnend zu erinnern.

Auch Lübckes Witwe und Söhne würden diese Entscheidung als eine „sehr schöne Wertschätzung für den Ehemann und Vater“ empfinden, dessen Lebensweg so schrecklich beendet worden sei, sagt Dirk Metz, Sprecher der Familie Lübcke. Die Familie wisse, dass für Walter Lübcke mit dieser Brücke sicher viele Erinnerungen und Begegnungen verbunden seien. Insofern würde es ihn sicher freuen, dass sie künftig seinen Namen trägt. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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