Am Abend lockt das Risiko: Neues Motto für Museumsnacht

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Werbung für die nächste Museumsnacht: Das neue Plakat präsentieren (von links) Prof. Reiner Sörries, Sepulkralmuseum, Rein Wolfs, Kunsthalle Fridericianum, Henner Koch vom Kasseler Kulturamt und MHK-Sprecherin Judith Reitter.

Kassel. Ein nachtblauer Himmel und ein in romantisches Licht getauchter, imposanter Portikus des Schlosses Wilhelmshöhe: Von seiner schönsten Seite präsentiert sich Kassel auf dem gestern vorgestellten Plakat zur Museumsnacht.

Zwar hätte er noch lieber das Museum für Sepulkralkultur als Botschafter für das Kulturereignis am 3. September gesehen, sagte Prof. Reiner Sörries mit einem Augenzwinkern. Der Direktor des Museums auf dem Weinberg bekannte aber: „Das ist das schönste Plakat, was wir je hatten, es vermittelt südländisches Flair und macht Lust.“ Zehn Prozent mehr Besucher locke man damit sicher an, gab sich Sörries zuversichtlich. Im vergangenen Jahr strömten 90 000 durch die Museumsnacht.

„Risiko“ lautet das Motto der elften Auflage, an der 41 Häuser zwischen 17 Uhr und 1 Uhr nachts ein Programm aus 400 Veranstaltungen anbieten: riskante Blicke auf die Alten Meister, abenteuerliche Begegnungen mit schwarzen Rittern in der Löwenburg und Wissenswertes über die Berufsrisiken von Künstlern.

Riskant wäre beinahe auch die Finanzierung der etablierten Veranstaltung geworden. Die Kasseler Sparkasse habe mit „einem substanziellen Betrag ersetzt, was wir mit städtischen Mitteln nicht haben einbringen können“, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen. Die Rede ist von 30 000 Euro. In ihrem gesamten Umfang bewegen sich die Kosten für die Museumsnacht zwischen 120 000 und 150 000 Euro, die sich aus Einnahmen, Fördergeld und städtischen Mitteln zusammensetzen, rechnete Ruth Wagner vom Kulturamt vor. Angesichts der vielen teilnehmenden Häuser sei die Gesamtsumme „außerordentlich niedrig angesetzt“, betonte Sörries. Stabil bleiben die Eintrittspreise: Wie im Vorjahr zahlen Besucher neun Euro (ermäßigt sechs). Die Eintrittskarte berechtigt zugleich zur Fahrt mit Bus und Tram von 13 Uhr an.

Nicht nur die großen Häuser wie Kunsthalle Fridericianum, Schloss Wilhelmshöhe und Naturkundemuseum laden zum nächtlichen Besuch ein, auch junge Einrichtungen sind mit dabei: „Schön, dass sich auch auf kleinerer Ebene viel tut“, spielte Fridericianums-Leiter Rein Wolfs auf das sich an der Frankfurter Straße etablierende Galerienquartier an.

Trotz Sanierung präsent

Zudem öffnen viele jener Museen, die derzeit umgebaut werden, in der Museumsnacht ihre Türen: So zeigt beispielsweise das Stadtmuseum trotz Schließung eine Sonderausstellung im Kulturbahnhof-Südflügel. In der documenta-Halle präsentieren sich des Hessische Landesmuseum und Tapetenmuseum, versprach Judith Reitter, Pressesprecherin der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Hier wird es außerdem einen Vorgeschmack auf die documenta 13 geben.

Die Weltkunstausstellung ist übrigens der Grund, warum es am 3. September Museumsnacht-Luft für gleich zwei Jahre einzusaugen gilt, wie OB Hilgen erklärte. Denn im documenta-Jahr 2012 wird das nächtliche Kulturerlebnis eine Pause einlegen.

Vorverkauf: Ab Mitte August bei Museen, Kassel Marketing, NVV-Kundenzentrum Kurfürsten-Galerie und Baunatal. Infos: www.museumsnacht.de

Von Anja Berens

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