Burger King schloss Toiletten

Abends kein öffentliches Klo im Kulturbahnhof

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In der Kritik: Burger King im Hauptbahnhof.

Kassel. Wer abends im Kasseler Hauptbahnhof auf Toilette muss, hat ein Problem. Das Drehkreuz zum öffentlichen WC ist nur von 6 bis 21 Uhr zugänglich.

Dabei sollen nun auch alle Kunden des ansässigen Burger King-Restaurants, das fast rund um die Uhr geöffnet ist, die öffentlichen Sanitäranlagen nutzen. Burger King hatte seine WCs in der Filiale im Bahnhof nach einem Umbau Ende 2012 geschlossen. Nach dem neuen Hessischen Gaststättengesetz ist dies zulässig.

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Etliche Leser hatten sich nach unserem ersten Bericht kritisch über die Entscheidung des Schnellrestaurants geäußert. Sie ärgerten sich nicht nur darüber, dass die von Burger King angebotene Klo-Alternative kostenpflichtig ist (ein Euro), sondern auch darüber, dass sie abends nicht in Frage kommt. Denn während das Restaurant freitags und samstags nur für zwei Stunden in der Nacht (5 bis 7 Uhr) geschlossen wird und an den restlichen Tagen von 7 Uhr bis 1 Uhr nachts geöffnet ist, stehen die Kunden bei dringenden Bedürfnissen ab 21 Uhr vor verschlossenen Klo-Türen.

Somit blieb ihnen bislang nichts anderes übrig, als die Toiletten der benachbarten Bali-Kinos, der Galerie Caricatura oder des Restaurants Gleis 1 zu nutzen. Dies wird von deren Betreibern aber nicht länger geduldet. Im Bali werden die Toilettentüren außerhalb der Spielzeiten verschlossen und im Gleis 1 wird eine Gebühr von Burger King-Kunden kassiert. „Seit der Schließung der Burger King-Toiletten haben wir auf unseren Klos Vandalismusschäden“, sagt Gleis 1-Geschäftsführer Michael Böttger. Die Bahn müsse dafür sorgen, dass die öffentlichen Anlagen 24 Stunden geöffnet bleiben.

Die Deutsche Bahn (DB) weist die Verantwortung zurück. Burger King habe die DB im Vorfeld informiert, dass es seine Sanitäranlagen schließe, sagt eine Bahnsprecherin. In diese Firmenentscheidung könne sich die DB als Vermieter der Räume nicht einmischen – zumal auch rechtlich nichts dagegen spreche.

Die Firma Hering aus Burbach (nahe Siegen), die Betreiber der öffentlichen Bahnhofsklos ist, beruft sich darauf, dass die Öffnungszeiten mit der DB vereinbart seien.

Dem Ordnungsamt sind die Hände gebunden. Nach dem neuen Gaststättengesetz könne die Stadt nur eingreifen, wenn „es für Bewohner des Grundstücks, der Nachbargrundstücke oder die Allgemeinheit erhebliche Nachteile, Gefahren oder Belästigungen gibt“, sagt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich. Beschwerden der Kunden reichten nicht aus. Bislang seien dem Ordnungsamt keine weiteren Beschwerden im Zusammenhang mit Toiletten-Schließungen in Restaurants bekannt geworden.

Von Bastian Ludwig

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