36 Bewohner haben das renovierte Albert-Kolbe-Heim an der Hansteinstraße bezogen

Abenteuerlicher Umzug

Die letzten Handgriffe: Die Bauarbeiter Christian Arlt (links) und Günter Köhler verlegen Betonsteine für die Fläche, die den Festsaal des Albert-Kolbe-Heims mit dem Garten verbinden soll. Fotos: Dietzel

Wehlheiden. „Wir dachten, es wäre nicht möglich, und dann haben wir gesehen, dass es geht.“ Monika Wojak ist die Angehörige eines Bewohners des Albert-Kolbe-Heims, das zum Sozialwerk der Christengemeinschaft Hessen gehört. Bei der Neueröffnung des Altenheims an der Hansteinstraße im Stadtteil Wehlheiden hat sie begeistert vom Umzug in das renovierte Gebäude berichtet.

Seit April 2010 hatten die 36 Bewohner wegen der Bauarbeiten vorübergehend im Zentrum Helfensteine auf dem Hohen Dörnberg gewohnt. Vor vier Wochen stand dann das „Abenteuer“ an, wie der Geschäftsführer Thomas Hamel den Umzug nennt: 26 Bewohner sind innerhalb von drei Tagen umgezogen, sechs von ihnen per Liegendtransport. Fünf weitere Tage hat es gedauert, um Pflegebetten, Möbel, Geräte, Büro- und Küchenausstattung in das Kasseler Heim zu bringen. 50 Mitarbeiter und 30 Angehörige, Freunde und ehrenamtliche Helfer haben Kartons gepackt, Möbel geschleppt, geputzt, dekoriert und Regale eingeräumt. 11 000 Euro hat der Umzug laut Hamel gekostet.

Abschiedslied

„Wir freuen uns, wieder hier zu sein“, sagt der 79-jährige Heimbewohner Oswald Nadler. Er hatte schon vor der Renovierung in dem Heim gelebt. Den Dörnberg habe er „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ verlassen. Nach ein paar Wochen der Eingewöhnung hatten sich die meisten Bewohner und Mitarbeiter auch dort wohlgefühlt, sagte Dorothea von Heynitz, Leiterin des Albert-Kolbe-Heims, bei der Eröffnungsfeier in der Hansteinstraße. Eichhörnchen, Segelflieger und im Winter die Meisen vor den Fenstern würden die Bewohner sicher bald vermissen.

Die 93-Jährige Walli Paula von der Decken stimmte zur Feier ein Abschiedslied an: „Jetzt kommen die lustigen Tage“, sangen die Senioren, „Dörnberg adé, Scheiden tut weh.“

Jetzt genießen die Bewohner aber den Komfort in den hellen Räumen, frisch gestrichenen Fluren, größeren Toiletten, Wohnküchen mit hohen Fenstern, auf der neuen Dachterrasse und der erweiterten Sitzfläche vor dem Haus. Der Garten soll demnächst vom Festsaal aus auch für Menschen mit Rollator und Rollstuhl erreichbar sein. Zuvor war er nur über Treppenstufen zugänglich.

Insgesamt 2,3 Millionen Euro wurden in die Erneuerung und energetische Sanierung gesteckt. Das Geld stammt aus Stiftungen, Spenden und Darlehen.

Von Stefanie Dietzel

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