Fachmärkte und Möbelhäuser

Abhol-Tour statt Einkaufsbummel: Hier läuft das Geschäft auch im Lockdown

MediaMarkt Kassel im DEZ, Knorrstr. 28 am 11.01.2021 hat an der Rückseite des Ladens eine Abholstation für Online-Bestellungen (Drive-Inn), die mit dem Auto angefahren werden kann. Im Bild: Blick auf das Drive-Inn („ Fahr rein, wir laden ein! „), das gut besucht / genutzt wird. Jeweils ein Auto wird durch das Tor (Rolltor) gelassen. Hinten fährt es dann nach der Warenabholung wieder raus, der nächste Wagen rückt nach. Corona, Online, Bestellung, Abholservice, Abholen per Auto / PKW, Station, Kontaktlose Abholung an Ihr Auto, Car Drive Inn, Lockdown, Mediamarkt, Media Markt. Bildmotiv von Pia Malmus.
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Morgens online bestellen und noch am selben Tag abholen: Am Drive-In des Media Markts am Dez in Niederzwehren ist derzeit viel los. Foto: Pia Malmus

In Fachmärkten und Möbelhäusern wird nach wie vor rege eingekauft - Abhol-Angebote machen es möglich.

Kassel – Die meisten Geschäfte müssen derzeit geschlossen bleiben. Doch in größeren Fachmärkten und Möbelhäusern läuft weiterhin ein reger Einkaufsbetrieb – Abhol-Angebote und Ausnahmeregelungen machen es möglich. Wir haben uns bei einigen Firmen umgeschaut.

Der Elektronikmarkt: Obwohl der Media Markt im Einkaufszentrum Dez in Niederzwehren geschlossen ist, wird derzeit das „komplette Sortiment“ nachgefragt, sagt Verkaufsleiter Torsten Lorenz. Nicht nur PC und Drucker für das Homeoffice und Computerspiele zum Zeitvertreib, sondern auch wieder Alltagsware wie Waschmaschinen und TV-Großgeräte.

Rund um die Uhr können die Kunden die Produkte im Onlineshop zu sich nach Hause bestellen oder auch vor Ort abholen. Wer sich morgens seine Ware online bestellt, kann sie noch am selben Tag im Drive-In des Marktes abholen. Der Drive-In-Bereich auf der Rückseite des Dez ist ausgeschildert und mit bargeldlosen Kassen ausgestattet.

Dort sei ebenfalls die Abgabe von defekten Geräten sowie die Abholung von reparierten Geräten möglich. Der Drive-In-Bereich ist montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Zudem haben die Kunden die Möglichkeit, sich im selben Zeitraum unter Tel. 05 61/4809-0 von Mitarbeitern des Markts beraten zu lassen.

Die Baumärkte: Bei den Baumärkten geht es derzeit zu wie an der Disco-Tür: Manche Kunden werden eingelassen, andere müssen teils verärgert wieder abziehen. Der Grund: Nach den hessischen Corona-Regeln dürfen in den Märkten nur Handwerker für ihren gewerblichen Bedarf einkaufen.

Auch an der Tür vom Obi-Baumarkt an der Hafenstraße muss man den Gewerbeschein oder eine ähnliche Legitimation vorzeigen. Dennoch müssen die Mitarbeiter etliche Kunden abweisen „und das verstehen viele nicht“, sagt Marktleiter Frank Eckardt, der täglich viel Frust abbekommt. Nicht immer kann er dann schlüssig begründen, wer in den Augen der Kontrollbehörden als berechtigt für Baumarkt-Einkäufe gilt: Da gebe es etwa Inhaber von Kfz-Betrieben oder Friseure, die ihren derzeit geschlossenen Laden renovieren wollten. Die dürften aber nicht bedient werden; „dabei sind das doch auch Handwerksbetriebe“, sagt Eckardt.

Was bei Obi und anderen Baumärkten aber geht: Jeder Kunde kann Ware online zum Abholen außerhalb der Markträume reservieren. Bei dem Baumarkt an der Hafenstraße gibt es dann kurzfristig eine Bestätigungs-Mail, man kann die Sachen dann an einem seitlichen Rolltor in Empfang nehmen. Das wird laut Eckardt auch rege genutzt, besonders groß sei das Bestell-Aufkommen übers Wochenende: Über 100 Reservierungen hätten am Montag vorgelegen.

Beim Bauhaus in Fuldabrück hat man das Abholen in Drive-in Manier organisiert: Vor dem Eingangsbereich warteten gestern Mittag ständig ein halbes Dutzend Fahrzeuge in einer speziell eingerichteten Warteschlange auf bestellte Baumarktware.

Die Möbelhäuser: Bei Ikea in Waldau hat man komplett aufs Außer-Haus-geschäft umgestellt, und zwar mit Wunschtermin-Vergabe: Was die Kunden per „Click & Collect“ bestellen, sei drei Stunden später zum Abholen bereit, sagt Möbelhausleiter Andreas Pohl.

Einpacken unter Pavillons: Auf dem Ikea-Parkplatz von links Möbelhausleiter Andreas Pohl und Kundenservice-Leiter Francesco Faupel.

Beim Bestellen wählt der Kunde selbst ein einstündiges Zeitfenster, in dem er die Ware abholen will. Dafür wurden auf dem Ikea-Parkplatz 25 Stationen mit Zeltpavillons eingerichtet, sodass man seine Einkäufe auch bei nassem Wetter einladen kann. Beim Anfahren bekommt man eine nummerierte Parkbucht zugewiesen, die Ware wird dann prompt gebracht. 400 bis 800 Ikea-Kunden nutzen das jeden Tag, sagt Pohl.

Beim Möbelhaus Höffner in Fuldabrück hat man die Möglichkeit, Ware online zum Abholen zu bestellen, erst mit dem aktuellen Lockdown eingeführt. „Das wird auch sehr gut angenommen“, sagt Möbelhausleiterin Ines Reilein; rund 100 Kunden würden die Möglichkeit an den Abholtagen Montag, Mittwoch und Freitag nutzen.

Während die Möbelhausfläche derzeit geschlossen bleiben muss, laufe der Auslieferungs- und Montagebetrieb in vollem Umfang weiter. Die jetzt gelieferten Möbel seien zum Großteil schon vor dem aktuellen Lockdown bestellt worden, sagt Reilein. Das Personal, das zu den Kunden nach Hause komme, werde übrigens einmal wöchentlich auf Corona getestet. (Axel Schwarz / Ulrike Pflüger-Scherb)

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