Am Freitag eine Einigung?

Abmahnungsstreit: Stadt bereit, Sekretärin Harig nur zu ermahnen

Kassel. Es könnte zu einem einigermaßen gütlichen Ende zwischen der Stadt Kassel und der ehemaligen Rathaussekretärin Cornelia Harig kommen. Vor zwei Wochen zeichnete sich bereits vor dem Arbeitsgericht ein Vergleich ab.

Diesen nahm jetzt zumindest die eine Seite an: Die Stadt verzichtete am Donnerstag auf die Abmahnung der 61-Jährigen und entfernt die Eintragung aus der Personalakte. Stattdessen wird diese in eine Ermahnung umgewandelt. Das teilte die Stadt jetzt mit.

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Ob auch die Sekretärin den Vergleich annimmt, ist noch nicht klar. Harig, inzwischen im Vorruhestand, hatte 2012 einen groben Verstoß ihrer Ex-Chefin, der Revisionsamtsleiterin Jutta Bott, aufgedeckt. Diese hatte ihre Doktorarbeit einer anderen Sekretärin während deren Arbeitszeit zum Abtippen gegeben.

Das hatte Harig auch den Stadtverordneten mitgeteilt. Die Stadt beurteilte das als Verletzung der Loyalitätspflicht und erteilte die Abmahnung. Dagegen klagte Harig. Vonseiten der Stadt hieß es gestern, sie nehme den vor dem Arbeitsgericht vorgeschlagenen Vergleich an, weil sie sich damit im Wesentlichen in ihrer Rechtsauffassung bestätigt sieht: Mitarbeiter müssen über dienstliche Tätigkeiten Verschwiegenheit bewahren, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Dagegen habe die Mitarbeiterin verstoßen. Deshalb sei man bereit, die Abmahnung der Mitarbeiterin umzuwandeln. Er könne noch keine Entscheidung verkünden, sagte Dr. Bernd Hoppe, Rechtsanwalt von Cornelia Harig, auf HNA-Nachfrage. Er wolle sich aber vermutlich heute äußern, sagte der Rechtsanwalt.

Vor zwei Wochen hatte es eine weitere Verhandlung vor dem Arbeitsgericht gegeben, nachdem zwei Güteverhandlungen zuvor gescheitert waren. Dabei wurde auch die Variante ins Spiel gebracht, die Abmahnung umzuwandeln. Zwei Wochen hatten beide Parteien nach Zustellung der Papiere nun Zeit, sich zu entscheiden. Geschieht das nicht, fällt das Gericht am Ständeplatz ein Urteil.

Von Max Holscher

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