Die letzten Reste der früheren Waggonfabrik Credé werden beseitigt - Produktion bis 1967

Abriss für dez-Erweiterung

Die Waggonfabrik im Jahr 1967: Auf dem Credé-Gelände in Niederzwehren entstand das dez-Einkaufszentrum. Zur Orientierung: Rechts oben ist die Einmündung der Knorrstraße auf die Frankfurter Straße zu sehen. Die Abrissarbeiten betreffen die früheren Credé-Hallen links unten. Archivfoto:  Baron

Niederzwehren. Die Steine fallen: Anfang nächster Woche wird von dem historischen Gebäude, das einst zu den Credé-Werken gehörte, nichts mehr zu sehen sein. Das Gebäude neben dem Einkaufszentrum dez, das in den vergangenen Jahren als Lager der Geschäftsleute diente, wird abgerissen.

Auf dem Gelände seien Ersatzlager geschaffen worden, sagt Alexandru Gavriliu. Nach Angaben des Center-Managers ist dieser Abriss der erste Schritt zur Erweiterung des Einkaufszentrums in Niederzwehren. Details über das Bauvorhaben hält Gavriliu derzeit noch zurück.

Lexikon-Info

Artikel zum dez-Einkaufszentrum im HNA-Regiowiki

Fest steht: Seit fast 15 Jahren wird über eine Erweiterung des Einkaufszentrums nachgedacht – und heftig gestritten. Der vom Betreiber ECE ursprünglich gewünschte Ausbau um 9000 Quadratmeter scheiterte bislang am Widerstand von Politik und Innenstadtkaufleuten. Nun ist der Konkurrenzdruck durch das aufgewertete Ratio in Baunatal gewachsen – Anlass für ECE, eine kleine Ausbaulösung anzustreben.

Alexandru Gavriliu

4800 Quadratmeter Bruttofläche sollen angebaut werden und vor allem den großen Mietern Media Markt und H&M Raum zur Vergrößerung bieten. Im Gegenzug dafür wird jetzt das alte Lagerhaus abgerissen, sodass sich das dez-Wachstum unterm Strich auf 1800 Quadratmeter brutto belaufen würde.

Der Gebäudeteil, der jetzt für die dez-Erweiterung abgerissen wird, gehörte früher zur Waggonfabrik Credé. 1967 wurde die Fertigung eingestellt, weite Teile der Fabrikgebäude abgerissen. Über Jahrzehnte wurden hier Eisenbahnwaggons gebaut. In Spitzenzeiten arbeiteten bei Credé bis zu 1400 Menschen. Die Waggonfabrik Gebrüder Credé wurde 1897 von den Brüdern Conrad (1849–1918) und Adam Credé (1850–1940) in Niederzwehren gegründet. Die ersten Aufträge kamen von der Preußischen Staatsbahn für Güter- und Postwaggons. Später wurden auch Straßenbahnen und Omnibusse gebaut.

Bekannt wurde Credé in Deutschland vor allem durch die Herstellung der Wagen des Luxuszuges „Rheingold“, der von Holland durch das Rheintal bis in die Schweiz fuhr. Ab 1956 bis zur Stilllegung im Jahre 1967 war die Firma eine Tochter des Hörder Bergwerks- und Hütten-Vereins, der 1966 im Hoesch-Konzern aufging.

Zu den bekanntesten Nachkriegsprodukten gehört das Moped Credette. In der Fabrik wurden auch Gabelstapler, Kranwagen, Drehbänke und Getränkeautomaten gebaut. Zum Fundus des Kasseler Stadtmuseums gehören Modelle der Credé-Waggons und eine original Credette. Nach der Sanierung des Museums - geplant ist Herbst 2013 - sollen sie wieder zu sehen sein. (use/asz/tos)

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