Kulturszene fürchtet zweites Salzmann

Abriss am Kulturbahnhof: Kulturszene fürchtet zweites Salzmann

Kassel. Mit ihren Plänen für den Umbau des ehemaligen Güterbahnhofs bringt die Stadt Kassel die heimische Kulturszene gegen sich auf. Mehr als 1500 Unterstützer haben eine Online-Petition unterschrieben, mit der ein zweites Salzmann am Kulturbahnhof verhindert werden soll, heißt es in dem Aufruf.

Zur Petition

Auf dem Gelände nördlich des Kulturbahnhofs soll bis 2017 Platz für zwei Fraunhofer-Institute geschaffen werden. Künstler mussten deswegen ihre Ateliers verlassen, die die Kreativschmiede Nachrichtenmeisterei für sie angemietet hatte. Auch der Club Batterie hat zugemacht. Nach dem Ende der Kulturfabrik Salzmann wäre das Aus am Kulturbahnhof der zweite Rückschlag für die heimische Kreativwirtschaft in kurzer Zeit.

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Gegen einen Fraunhofer-Neubau haben die Initiatoren der Petition nichts. Im Gegenteil. Er könnte das Quartier beleben. Sie kritisieren jedoch, dass „ohne Not gut funktionierende Strukturen zerschlagen werden“ und den Mietern „keine Alternativen“ vorgeschlagen wurden. Wirtschaft und kulturelle Initiativen könnten am Bahnhof nebeneinander existieren und sich gegenseitig bereichern.

„Wir möchten einen Dialog über das Areal am Kulturbahnhof eröffnen“, sagen Gila Kolb und Wibke Gröschner, die die Petition formuliert haben. Zu den Erstunterzeichnern zählen unter anderem die ehemalige documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev, Kunsthochschulrektor Christian Philipp Müller und der Dokumentarfilmer Klaus Stern.

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Im Netz hat die Petition eine Debatte über die Kulturförderung der Stadt losgetreten. Oberbürgermeister und Kulturdezernent Bertram Hilgen (SPD) wollte sich bislang nicht dazu äußern. Er trifft sich heute mit den Initiatorinnen zu einem Gespräch.

Von Matthias Lohr

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