Leerstehendes Wohnhaus im Stadtteil Jungfernkopf

Feuer auf ehemaligem Gärtnereigelände - Polizei schließt Brandstiftung nicht aus

Jungfernkopf. Ein leerstehendes Wohnhaus ist auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei im Stadtteil Jungfernkopf am Donnerstag völlig ausgebrannt. Die Ermittler würden nicht ausschließen, dass das marode Gebäude vorsätzlich in Brand gesteckt wurde, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch.

Am Donnerstagnachmittag hatte ein Anwohner um 14.53 Uhr die Polizei verständigt, dass das Haus an der Straße Am Rande brennt. „Schon auf der Anfahrt zur Einsatzstelle, war die starke Rauchentwicklung des Brandes zu sehen“, schildert Sebastian Opper, Einsatzleiter bei der Feuerwehr. Erdgeschoss und Dachgeschoss hätten in Flammen gestanden. Da die Feuerwehr nicht ausschließen konnte, ob sich noch Personen im Gebäude befinden, sei umgehend ein Trupp mit Atemschutz und C-Strahlrohr in das Gebäude geschickt worden. Der Trupp konnte glücklicherweise keine Personen im Gebäude finden, sagt Opper. Bei den Löscharbeiten wurde die Berufsfeuerwehr von den Freiwilligen Feuerwehren Wolfsanger und Harleshausen unterstützt.

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Nachdem das Feuer gelöscht war, habe der Kriminaldauerdienst das abgebrannte Haus allerdings nicht betreten können, sagt Jungnitsch. Es bestehe in Teilen des Gebäudes Einsturzgefahr.

Nachbarn hätten gegenüber der Polizei erklärt, dass sich in dem Abbruchhaus gelegentlich Jugendliche und andere Personen aufgehalten haben. Die Brandermittler des Kommissariats 11 werden die Spurensuche aufnehmen.

Das Haus, das auf einem 17.000 Quadratmeter großen Areal steht, gehört dem Kasseler Unternehmer Rolf Gerhold (IVS Immobilien). Er erfuhr erst am Freitagvormittag in einem Gespräch mit der HNA, dass es dort gebrannt hat. Im vergangenen Jahr habe er bereits die Gewächshäuser auf dem Gelände abreißen lassen, weil dort Kinder gespielt hätten, die sich hätten verletzten können. Das ausgebrannte Wohnhaus sollte laut Gerhold im August ohnehin abgerissen werden.

Der Immobilienunternehmer will dann auf dem Gelände drei Reihenhäuser, zwei Doppelhaushälften und ein Einfamilienhaus mit einem großen Grundstück bauen. Mittlerweile liege auch die Baugenehmigung durch die Stadt Kassel vor. Die Häuser sollen ein Jahr später fertig sein.

Gerhold hatte die ehemalige Gärtnerei von einer Erbengemeinschaft gekauft. Als er im Oktober 2012 das zugewachsene Gelände von Gestrüpp befreien ließ, wurden menschliche Knochen gefunden. Wie sich bei den Ermittlungen herausstellte, handelte es sich um das Skelett einer Frau, die bereits seit dem Jahr 2004 vermisst worden war. Hinweise auf eine Straftat gab es in diesem Fall damals nicht.

Auch wenn das Haus abgerissen werden soll, beziffert die Polizei den durch das Feuer entstandenen Schaden mit 25.000 Euro. (use)

Hinweise an die Polizei unter Tel. 05 61/9100 zu melden.

Fotos von dem Brand

Wohnhausbrand im Stadtteil Jungfernkopf

Rubriklistenbild: © Malmus, Pia

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