Bestattungen auf Rothenditmolder Friedhof gehen zurück – 28 Beerdigungen pro Jahr

Absage an Friedpark

Rothenditmold. Auf dem Rothenditmolder Friedhof wird es kein gesondertes Friedpark-Grabfeld geben. Das sagte Jürgen Rehs von der Kasseler Friedhofsverwaltung jetzt im Ortsbeirat. „Einzige Alternative ist eine ebenerdige Grasfläche auf einem Urnengrab anstatt der üblichen Umrahmung“, sagte er.

Bei Friedparkgräbern handelt es sich laut Rehs um abgetrennte Gräberfelder, die in der Regel mit einer Hecke umrahmt sind. Zur Grabpflege sind die Angehörigen dort nicht verpflichtet. „Das ist vielen sehr wichtig“, sagte er.

Auf dem Hauptfriedhof sowie auf einigen anderen größeren Kasseler Friedhöfen gibt es solche pflegelosen Grabarten. Der Grund für die Absage an ein separates Grabfeld in Rothenditmold ist Rehs zufolge der starke Rückgang der Bestattungen in den vergangenen zehn Jahren. Im Schnitt gebe es auf dem Rothenditmolder Friedhof nur noch 28 Bestattungen im Jahr. Anfang der 1980er-Jahre seien es noch über 40 pro Jahr gewesen.

„Einzige Alternative ist eine ebenerdige Grasfläche auf einem Urnengrab anstatt der üblichen Umrahmung.“

Jürgen Rehs, Friedhofsverwaltung

Weniger Bestattungen verzeichne man auch auf anderen der insgesamt 15 städtischen Friedhöfe. Viele Menschen entschieden sich für eine Bestattung in den privat betriebenen Friedwäldern, Beispielslweise im Reinhardswald. Auch Seebestattungen werden offenbar immer beliebter. „Das ist ein richtiger Markt geworden“, sagte er.

Insgesamt wurden im zurückliegenden Jahr 1700 Bestattungen auf allen städtischen Friedhöfen gezählt. Der Trend gehe immer mehr zur Feuerbestattung. Zu eventuellen Schließungen einiger Stadtteil-Friedhöfe in den kommenden Jahren gibt es laut Rehs es im Friedhofsausschuss unterschiedliche Meinungen.

20 Hektar ungenutzt

Hochrechnungen hätten ergeben, dass bis zum Jahr 2020 von den bislang insgesamt 93 Hektar großen Friedhofsflächen in der Stadt 20 Hektar nicht mehr gebraucht werden. So gebe es beispielsweise auf dem Hauptfriedhof an der Wiener Straße schon jetzt viele freie Grasflächen. Auch auf dem Rothenditmolder Friedhof sei eine Rasenfläche ungenutzt.

Schließung langwierig

Eine Friedhofsschließung sei allerdings langwierig. Erst nachdem das letzte Recht auf ein Grab nach etwa 30 Jahren, ausläuft, kann ein Entwidmungsbeschluss gefasst werden. Danach wird aus dem Friedhof eine Grünfläche. Allerdings finden bis dahin auch keine neuen Bestattungen mehr statt. „Das heißt, es gibt auch keine Einnahmen mehr, aus denen die Pflege der Friedhöfe finanziert werden“, sagte Rehs. Für die bis zur Entwidmung entstehenden Pflegekosten müssten die übrigen Friedhöfe mit aufkommen.

Von Monika Puchta

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