Kommentar zur Entscheidung der Stadt

Absage der Gedenkveranstaltung für Halit Yozgat "im Sinne des Opfers"

Kassel. Die Stadt hat die Gedenkveranstaltung für Halit Yozgat, die für den 6. April geplant war, aus Sicherheitsgründen abgesagt. Verständlich, findet HNA-Redakteur Florian Hagemann. 

Dass die Veranstaltung für Halit Yozgat nun abgesagt wurde, ist bedauerlich, aber aus Sicht der Stadt verständlich. Das hat damit zu tun, dass es längst nicht mehr nur um das Gedenken an ein unschuldiges Opfer rechter Gewalt geht.

Es ist leider so, dass in diesen Zeiten die Gefahr besteht, dass solch ein Termin missbraucht wird. Der Konflikt zwischen den Türken und den Kurden wird ja nicht nur im fernen Afrin auf schreckliche Weise sichtbar, sondern er spielt sich – in anderer Form – mehr und mehr auch hier ab. Außenstehende verfolgen ihn mit einer gewissen Ohnmacht und dem Gefühl, bei all den wirkenden Kräften nicht mehr durchzublicken.

Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, dass eine Stadt alles tun will, damit keine weiteren Plattformen für die Austragung dieses Konflikts entstehen. Ob das konkrete Vorgehen aber zugleich zielführend ist, bleibt fraglich. Schließlich haftet ihm der Makel des Einknickens an; und es ist trotzdem nicht sicher, ob es das gewährleistet, was an oberster Stelle stehen sollte: ein friedliches Gedenken an Halit Yozgat. 

Alle Infos zum Fall Halit Yozgat finden Sie hier

Aus unserem Archiv: Video von der Gedenkveranstaltung 2016

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