Freude über Geld vom Land

Abschaffung der Kitagebühr in Hessen kommt bei Städten und Gemeinden gut an

Für die Kinderbetreuung von Drei- bis Sechsjährigen in einer Kita (Bild) zahlt künftig das Land Hessen. Wird der Nachwuchs länger als sechs Stunden am Tag betreut, müssen Eltern zuzahlen. Foto: dpa

Kassel. Positive Reaktionen, aber auch Bedenken gibt es in Städten und Gemeinden zur weitgehenden Abschaffung der Kitagebühr in Hessen durch die schwarz-grüne hessische Landesregierung.

Kassel

„Das freut mich für die Eltern, die eine Entlastung kriegen“, sagt Kassels Jugenddezernentin Anne Janz (Grüne).

In Kassel gibt es rund 1500 Eltern, die ihre Kinder bis zu sechs Stunden am Tag betreuen lassen und dafür ab August 2018 nichts mehr bezahlen müssen.

Eltern, die eine Ganztagesbetreuung in Anspruch nehmen, müssen künftig nur noch für die über sechs Stunden hinausgehende Zeit zahlen. „Wir werden das neu berechnen“, sagt Anne Janz. Weil die Stadt künftig eine Pauschale von 136 Euro pro Kind und Monat vom Land bekommt, würden Eltern mit Ganztagesbetreuung um diesen Betrag entlastet.

In Kassel besuchen insgesamt 5400 Kinder die Kindergärten von Stadt, Kirchen und freien Trägern. Für die Betreuung von Kleinkindern unter drei Jahren gibt es noch keine Kostenübernahme durch das Land.

Baunatal

„Der Grundgedanke findet meine volle Unterstützung“, sagt Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (SPD). In der VW-Stadt ist der Kita-Besuch in der Regelzeit für die Eltern bereits seit einigen Jahren kostenfrei, die Plätze wurden voll von der Stadt finanziert. So rechnet Schaub jetzt damit, dass die Stadt Baunatal durch die Kostenübernahme durch das Land künftig rund 1,5 Millionen Euro mehr in der Kasse haben könnte. Er habe allerdings Grund zur Befürchtung, dass Baunatal dann über den Kommunalen Finanzausgleich verstärkt zur Kasse gebeten werde, so Schaub.

Schauenburg

Bedenken hat auch Schauenburgs Bürgermeister Michael Plätzer (SPD). Er rechnet damit, dass das Programm des Landes die Schauenburger rund 146 000 Euro jährlich mehr kosten könnte. Das Land werde nämlich nicht komplett den von den Eltern bisher gezahlten Gebührenanteil übernehmen. Plätzer: „Und dann geht das wieder zu Lasten der Kommunen.“ Insgesamt sei die Kostenbefreiung aber eine überfällige Sache.

Ahnatal

Das sieht Michael Aufenanger, Bürgermeister von Ahnatal, genauso: „Ich finde das super für alle Ahnataler Eltern“, sagt er. „Was das allerdings für uns als Gemeinde bedeutet, müssen wir abwarten“.

Niestetal

Niestetals Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) sieht das Konzept als „halbherzigen Schritt in die richtige Richtung“, denn es spiegele nicht die Lebenswirklichkeit wider. Laut den Plänen der Landesregierung sollen ab August 2018 in Hessen alle drei Kindergartenjahre für jeweils sechs Stunden am Tag beitragsfrei sein. „Schon jetzt besuchen bei uns in Niestetal über 90 Prozent der Kinder die Kita länger als drei Jahre“, erklärt Siebert.

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