Neues Domizil für Eltern kranker Kinder eröffnet - Aufenthalt kostenlos möglich

Abschalten im Elternhaus

Zuhause auf Zeit: Die Ehrengäste der Eröffnungsfeier, darunter Oberbürgermeister Bertram Hilgen (von links) und Dr. Thomas Fischer, ließen sich von Petra Schade (rechts) herumführen. Foto: Stieler

Kassel. 10 000 Kinder werden an den beiden Kasseler Kinderkliniken jährlich stationär behandelt. 6000 von ihnen werden dabei von ihren Eltern begleitet. Manchmal wochen-, ja monatelang, sagt Dr. Thomas Fischer, Vorsitzender des Vereins Hilfe für Kinder und Erwachsene im Krankenhaus. „Viele Eltern halten das seelisch kaum aus.“ Bis zu 16 Wochen schlafen sie in der Nähe ihrer Kinder auf Hilfsliegen. Abschalten und Entspannung sind kaum möglich.

Doch jetzt gibt es für diese Eltern Hilfe: An der Mönchebergstraße, genau gegenüber dem Klinikneubau, in dem ab 2011 die beiden Kinderkliniken vereint werden, eröffnete nun das „Star-Care-Elternhaus“. Hier finden Eltern und Angehörige der kranken Kinder in Zukunft eine Möglichkeit, sich zurückzuziehen.

Insgesamt eine halbe Million Euro sind in das Projekt geflossen. Drei Vereine hatten sich 2007 zusammengetan, um dieses Vorhaben zu stemmen, erinnerte Fischer bei der Eröffnung des Hauses: der Verein für krebskranke Kinder Kassel, der Verein Hilfe und der Verein Freunde und Förderer der Neuropädiatrie mit sozialtherapeutischem Zentrum am Klinikum Kassel.

Doch auch zu dritt hätten sie die nötige Summe nicht beschaffen können. Da sprang Star Care ein, ein Verein, in dem sich Mitarbeiter von Mercedes ehrenamtlich engagieren. Als Hauptsponsor hat Star Care 250 000 Euro zum Elternhaus beigesteuert. Viele weitere kleinere Spenden kamen hinzu.

Entstanden ist so in nur einem Jahr Bauzeit ein gemütlich eingerichtetes Haus mit sieben Ein-Bett-Appartements samt jeweils eigenem Bad und einer Gemeinschaftsküche. In einem Aufenthaltsraum können sich die Eltern über ihre Erfahrungen austauschen. Sie hoffe, dass das Elternhaus gut angenommen werde und sich die Eltern hier wohl fühlen, sagt Petra Schade, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Elternhaus GmbH.

Bezahlen müssten die Eltern für den Einzug in das Haus in der Regel nichts, da sie zusammen mit ihrem Kind stationär aufgenommen werden. Zwei Mitarbeiterinnen stehen den Eltern im Haus als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung.

Die ersten Eltern können bereits einziehen, obgleich die Arbeiten noch nicht ganz beendet sind. Im kommenden Jahr soll noch der zum Haus gehörende Garten gestaltet werden und einen weiteren Rückzugsort für die Eltern bieten. Wie der Kauf des Hauses und der Umbau von Haus und Garten wird auch der zukünftige Betrieb allein aus Spenden finanziert. (psd)

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