Nach 17 Jahren

Abschiedsparty für Staatstheater-Intendant Thomas Bockelmann

Hessens Kunstministerin Angela Dorn (von links) mit Thomas Bockelmann, Tochter Antonia Bockelmann und Ehefrau Christina Weiser.
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Würdigung zum Abschied: Hessens Kunstministerin Angela Dorn (von links) mit Thomas Bockelmann, Tochter Antonia Bockelmann und Ehefrau Christina Weiser, die auch künftig auf Kassels Theaterbühne spielen wird.

Mit Würdigungen, einem Bühnenprogramm und einer Party mit 200 Gästen ging Bockelmanns 17-jährige Intendanz am Staatstheater Kassel zu Ende.

Kassel – Viele Jüngere könnten sich gar nicht vorstellen, dass einmal jemand anderes als Angela Merkel an der Spitze des Landes gestanden hat. In Kassel trifft das auf einen anderen epochalen Abschied sinngemäß zu: Thomas Bockelmann, als Intendant des Staatstheaters sogar ein Jahr früher ins Amt gekommen als die Kanzlerin, nahm am Sonntag seinen Abschied im Kreis von über 200 künstlerischen, kulturpolitischen und gesellschaftlichen Weggefährten seines 17-jährigen Theaterschaffens in Kassel.

Das wurde im Schauspielhaus gefeiert und gewürdigt mit Bühnendarbietungen aller Sparten des Hauses, mit Festreden und mit etlichen Gänsehautmomenten für den sichtlich bewegten Gastgeber wie auch fürs Publikum.

Hessens Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn – sie war apart im traditionellen vietnamesischen Frauengewand Ao Dai erschienen – würdigte Bockelmann als einen „Ermöglicher im besten Sinne“, der mit untrüglichem Gespür für Menschen und als politisch denkender Kopf außergewöhnliche Bühnenereignisse geschaffen habe. Dafür bedanke sich das Land Hessen mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft im Staatstheater Kassel.

Oberbürgermeister Christian Geselle schloss sich mit der Ernennung zu einem „Baumeister der Kulturstadt Kassel“ an. Geselle fand sehr persönliche Worte für Bockelmanns engagiertes Wirken auf und abseits der Theaterbühne zu Kasseler Schicksalsthemen wie den Mordfällen Yozgat und Lübcke – und dem gemeinsamen Streiten für den Theaterstandort Kassel. Und er erinnerte sich an die Mahnung seiner Mutter vor den ersten offiziellen Kontakten: Der Mann sei doch der Cousin des beliebten Udo Jürgens – zu dem müsse man bitte nett sein.

Jetzt ist der scheidende Intendant 66, und wie es sich in diesem Alter verhält, dazu hatte Cousin Udo damals ja das Seine gesungen. Der Gastgeber selbst – eine schöne Geste – stellte ins Zentrum seiner Abschiedsworte die Bedingungen und Bedürfnisse seiner Bühnenkünstler sowie die Leistung aller 580 Theatermitarbeiter, „vor denen ich mich in Dankbarkeit verneige“.

Als Schlussbild – bevor im Hof des Schauspielhauses noch lange gefeiert wurde – verabschiedete sich auf der Bühne das Ensemble der von Bockelmann selbst geleiteten Schauspielsparte unter langem, stehend dargebrachten Applaus des Publikums, das – um ein letztes Mal Bockelmanns geflügeltes Wort zu benutzen – für viele unvergessliche Theatermomente „auf den Knien seines Herzens“ dankte. (Axel Schwarz)

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