Der erzwungene Abschied: Feier für Klinik-Chef Sontheimer

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Kassels Oberbürgermeister und GNH-Aufsichtsratschef Bertram Hilgen (links) und der ärztliche Direktor, Prof. Dr. Wolfgang Deinsberger (rechts)  dankten Dr. Gerhard M. Sontheimer für seine Leistung und wünschten dem scheidenden GNH-Chef und seiner Ehefrau Antoaneta Sontheimer alles Gute für die Zukunft.

Kassel. Seine Vorstandstätigkeit hatte er bereits zum Jahresanfang niedergelegt: Am Donnerstag wurde Klinik-Chef Dr. Gerhard M. Sontheimer verabschiedet. 

Er war seit 2005 an der Spitze der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH). Im Konferenzraum des gerade fertiggestellten neuen Eingangsgebäude des Klinikums Kassel am Möncheberg versammelten sich 130 geladene Gäste, darunter auch Kassels Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke.

Aktualisiert
um 21.23 Uhr

Dass der 55-jährige Klinikmanager jede Menge Lob aus berufenem Munde bekam, aber trotzdem in die Wüste geschickt wurde, ist schwer zu verstehen. Einige der Gäste, die mit im GNH-Aufsichtsrat sitzen, wollten Sontheimers Vertrag im April 2014 nicht verlängern. Das war das Aus für den promovierter Arzt und Diplom-Physiker, den Professor Heinz Lohmann, Gesundheitsunternehmer aus Hamburg und Vorsitzender der Initiative Gesundheitswirtschaft, als einen der erfolgreichsten Krankenhausmanager in Deutschland würdigte. Kassel stehe mit dem Klinikum heute an der Spitze der deutschen Krankenhauslandschaft. Sontheimer sei seiner Zeit voraus und musste wie jeder Pionier anecken, sagte Lohmann.

Kassels Oberbürgermeister und GNH-Aufsichtsratschef Bertram Hilgen gab die Parole aus: „Wir müssen heute nichts aufarbeiten.“ Es sei der Leistung Sontheimers zu verdanken, dass das Klinikum heute wirtschaftlich gut dastehe und anerkannte Spitzenmedizin biete. Der ärztliche Direktor, Professor Dr. Wolfgang Deinsberger, erinnerte an die unter Sontheimers Regie entstandenen Neubauten, die Technologie-Partnerschaft, die für modernste medizinische Geräte sorgte und die private Medizin-Uni, die den Ärzte-Nachwuchs sichern soll.

Seinen Dank an Mitarbeiter und Aufsichtsrat, der seinen Weg viele Jahre unterstützt habe, ergänzte Dr. Gerhard M. Sontheimer um sein Vermächtnis. Er warb dafür, die kleineren Krankenhäuser der GNH künftig ins Klinikum zu integrieren, das Klinikum im Herbst, wenn die ersten Medizinstudenten aus Southhampton nach Kassel kommen, in Universitätsmedizin Kassel umzubenennen und die GNH durch weitere Fusionen mit kommunalen Krankenhäusern zu einer wettbewerbsfähigen Größe zu bringen. “Ich weiß, dass der Umgang mit mir nicht immer einfach war”, sagte Sontheimer zum Abschied. (ach)

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