Historische Gebäude an der Fulda

Abschied vom Renthof: Seniorenzentrum zieht um

Freut sich auf ihr neues Zimmer: Ottilie Heinrich im schön gestalteten Innenhof des Renthofs, der zwei Jahre lang ihr Zuhause war. Für die 87-Jährige ist es der dritte Umzug in ihrem Leben. Fotos: Koch

Kassel. Für Ottilie Heinrich ist es der dritte große Umzug in ihrem Leben. „Ich war schon da unten und habe mein Zimmer gesehen“, sagt die 87-Jährige. „Ich freue mich auf das Neue.“

Das Seniorenzentrum Renthof zieht um. Nach 70 Jahren verlässt die Sozialgruppe Kassel das historische Gebäude an der Fulda. Mittwoch zogen die zurzeit 48 Bewohner des Altenheims in den Neubau am Unterneustädter Kirchplatz.

Der Schritt ins Altersheim vor zwei Jahren ist Ottilie Heinrich schwer gefallen. „Ich habe sehr gejammert“, sagt die aufgeweckte Seniorin. Sie habe ihre Wohnung am Graben vermisst, in der sie mit ihrer Familie seit 1956 lebte. Im Renthof habe man sich alle Mühe gegeben, damit sie sich wohlfühlt. „Er hat mir ein gutes, zweites Zuhause gegeben. Da ist man über den Schmerz leichter hinweggekommen“, sagt sie und lobt die vielen Angebote und die Sauberkeit. „Also, das will ich Ihnen sagen“, entfährt es ihr angesichts der Kisten und des Umzugstrubels: „So wie heute sah es bei uns nie aus.“ In blütenweißer Bluse und ein wenig aufgeregt wartet sie gestern in ihrem alten Zimmer auf den großen Moment. Ihr Lieblingssessel, die Stehlampe, die Decken und das Fernsehschränkchen – ihre persönlichen Stücke – sind schon in dem neuen Wohn- und Pflegeheim. Ansonsten wird sie dort nagelneue Möbel vorfinden und anders als im Renthof ein eigenes Badezimmer haben. „Und wenn wir nach oben in den fünften Stock fahren, gucken wir bis nach Wilhelmshöhe.“

Lexikon-Wissen

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„Meine Tochter hat alles gepackt“, erzählt die dreifache Mutter und Großmutter von sieben Enkelkindern, die nach mehreren Schlaganfällen auf einen Rollator angewiesen ist. „Ich brauche mich nicht aufzuregen, es wird alles gemacht.“ Ein bisschen schwer fällt ihr wie vielen anderen nur der Abschied von dem idyllischen Innenhof mit Seerosenbecken, Goldfischen und viel Grün. Für die Fische gibt es am neuen Standort keinen Platz mehr. Sie sollen in gute Hände gegeben werden.

Von Ellen Schwaab

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