In Salzmannshausen haben Anwohner immer wieder Probleme mit dem Rückstau im Kanalsystem

Abwasser schwappt in Keller

Bis zu den Knien im Abwasser: Mit dem Handy fotografierte Angelika Heeks ihren Ehemann Dieter beim Einsatz im überfluteten Keller des Hauses Huthstraße 19. Handyfoto: Heeks

Bettenhausen. Das Wasser samt Fäkalien im Keller des Hauses von Angelika und Dieter Heeks stand einen halben Meter hoch. Die Überschwemmung hatte nicht allein mit dem Hochwasser der vergangenen Tage zu tun, vermutet das Ehepaar.

Im Bereich der Huthstraße in Bettenhausen sei der Abwasserkanal wohl überlastet, kritisieren die Hauseigentümer. Mit Hochwasser und dem hohen Grundwasserspiegel haben die Heeks’ Erfahrung. Es gibt eine Pumpe und eine Rückstauklappe am Kanalanschluss des Hauses. Aber diesmal half alles nichts. Das Wasser suchte sich seine Wege in den Keller. Einigen Nachbarn sei es ähnlich ergangen, schildert Angelika Heeks die Lage in Salzmannshausen. Auch an der Ellenbacher oder der Rauschenberger Straße seien wieder Keller vollgelaufen.

Beim großen Regenüberlaufbecken an der Königinhofstraße war wegen des Hochwassers der Wasserablauf zur Fulda geschlossen worden. Dadurch seien die Abwasserkanäle endgültig vollgelaufen, ärgert sich Angelika Heeks: „Die haben uns absichtlich absaufen lassen.“

Beim Kasseler Entwässerungs-Betrieb (KEB) weist man den Verdacht zurück. Weil das Regenüberlaufbecken komplett gefüllt war, habe der Wasserablauf ohnehin nicht mehr funktioniert. Das Fulda-Hochwasser sei bereits oben über das Becken gelaufen, erklärt Tobias Rottmann, Sachgebietsleiter Grundstücksentwässerung.

Der vor etwa zehn Jahren erneuerte Kanal im Bereich Huthstraße sei ausreichend groß dimensioniert, sagt Rottmann. Die großen Dach- und Hofflächen der in unmittelbarer Nachbarschaft entstandenen SMA-Neubauten würden nämlich gar nicht, wie von den Anwohnern vermutet, über den Mischwasserkanal in Salzmannshausen entwässert. Das Oberflächenwasser von den Neubauten des Solartechnik-Herstellers werde direkt in den Umbachsgraben und nicht in den Kanal geleitet. In den meisten Fällen fehle in Häusern eine Rückstauklappe, wenn Abwasser aus dem vollen Kanal in den Keller zurückgedrückt werde, erklärt Rottmann.

Die Familie Heeks hat aber eine solche Sicherung eingebaut. Trotzdem hat sich Wasser bis in den Keller durchgedrückt. Weil es erneut beträchtlichen Schaden gab, will man jetzt einen Rechtsanwalt einschalten und prüfen lassen, ob man den KEB in die Pflicht nehmen kann, sagt Angelika Heeks.

„Wir wollen dort gern helfen und werden den Fall untersuchen“, kündigt der KEB-Abteilungsleiter an. Die Fachleute der Stadtentwässerung würden auch weiteren Betroffenen Hilfe anbieten und gemeinsam mit den Hauseigentümern nach Möglichkeiten suchen, den Keller vor einer Überflutung durch zurückgestautes Abwasser zu schützen. Wer das Hilfsangebot in Anspruch nehmen möchte, erreicht die KEB-Experten unter Tel. 987 65 08.

Von Jörg Steinbach

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