Daimler-Werk plant Zusatzschichten und befristete Übernahme weiterer 60 Leiharbeiter

Achsenbauer am Limit

Hohe Nachfrage nach Achsen aus Kassel: Francisco Jimenez bei der Endmontage einer Sprinter-Achse. Auf den Mercedes-Kleintransporter der neuesten Generation setzt der Daimler-Konzern große Ertragserwartungen. Foto: Zgoll

Kassel. Die Achsenbauer bei Daimler in Kassel haben alle Hände voll zu tun und rechnen bis ins nächste Jahr hinein mit einer Vollauslastung ihres Werks. .

Davon sollen Zeitarbeiter und auch externe Firmen profitieren, hieß es am Dienstag nach einer Betriebsversammlung. Werkleiter Ludwig Pauss berichtete über Planungen, nach denen Fertigungsaufträge für bestimmte Achsenteile in Zukunft verstärkt nach außen vergeben werden sollen. Dadurch sollen im Werk mehr Kapazitäten für die Achsenmontage freigesetzt werden

„Dieses Jahr werden wir mit Sicherheit deutlich über 500 000 Achsen produzieren“, sagte Pauss mit Blick auf die Bestellungen der Nutzfahrzeugwerke im Daimler-Verbund. Eine Absatzsteigerung um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr (475 000 Stück) sei realistisch. Auch für das kommende Jahr zeichne sich ab, dass sich die zuletzt schwächelnden Nutzfahrzeugmärkte in Europa und Nordamerika weiter erholen.

Um den Bedarf befriedigen zu können, hatten sich Betriebsrat und Leitung des Kasseler Werks bereits im Juni auf Zusatzschichten geeinigt. Dabei wurde auch vereinbart, dass 100 Leiharbeiter einen festen Vertrag bei Daimler erhalten, damit nachrückende Zeitarbeitskräfte die Stammbelegschaft entlasten können.

Werk ist voll ausgelastet

Vor dem Hintergrund der guten Auftragslage gibt es jetzt weitergehende Verhandlungen in diese Richtung, bestätigten Pauss und Betriebsratschef Dieter Seidel. Derzeit werden im Werk 15 Schichten pro Woche gefahren, was bereits einer Vollauslastung entspricht. Man rede derzeit über die Einführung einer weiteren Nacht- und einer zusätzlichen Samstagsschicht ab Oktober.

Als Gegenleistung erwarte der Betriebsrat, dass weitere 60 Leiharbeiter zumindest bis Ende 2014 auf feste Stellen übernommen werden, sagte Seidel. Dies beträfe ein Drittel der aktuell 180 Zeitarbeitskräfte und wäre „eine Antwort auf die zunehmende Belastungssituation im Werk“, so der Betriebsratsvorsitzende.

Die Stammbelegschaft des Achsenwerks Kassel, des größten Industrie-Arbeitgebers im Stadtgebiet, ist derzeit etwa 2900 Mitarbeiter stark.

Von Axel Schwarz

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