500 Mitarbeiter nahmen teil

Warnstreik: Das Daimler-Achsenwerk stand still

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Fordern mehr Geld: 500 Beschäftigte nahmen am Donnerstagmorgen am Warnstreik der IG Metall im Daimler-Achsenwerk teil und legten eine Stunde lang die Produktion lahm.

Kassel. 500 Metaller legten am Donnerstagmorgen im Daimler-Achsenwerk Kassel ihre Arbeit für eine Stunde nieder. Mit dem ersten Warnstreik in der Region will die IG Metall Nordhessen den Druck auf die Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen erhöhen. Im Vorfeld blieben zwei Verhandlungsrunden ohne Ergebnis.

„Das bisherige Angebot der Arbeitgeber stellt für uns eine Provokation dar“, sagte Oliver Dietzel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Nordhessen. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie 5,5 Prozent mehr Gehalt und eine Laufzeit von zwölf Monaten.

Die Arbeitgeber hatten 2,3 Prozent für 13 Monate geboten. Das Angebot sei völlig unzureichend und gleiche lediglich die Inflation aus, erklärte Dietzel. Da die Verhandlungen eher schleppend verliefen, sei der Warnstreik die logische Konsequenz.

Zufrieden mit Warnstreik

Mit Trillerpfeifen im Mund und in roten Warnwesten gekleidet zogen die Streikenden um 9.15 Uhr zum Werkstor. „5,5 Prozent mehr Mücken her, sonst laufen keine Bänder mehr“, stand auf einem Schild.

Bei der Kundgebung auf dem Mercedesplatz rief Stefan Pilz, IG Metall-Vertreter im Kasseler Werk, den Beschäftigten zu: „Wenn die Arbeitgeber sich nicht bewegen, dann sind wir kampfbereit.“

Michael Rudolph, Geschäftsfüher des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Nordhessen, sagte: „Ihr erarbeitet die Gewinne der Unternehmen – und ihr habt auch einen größeren Anteil an ihnen verdient.“

Dietzel wertete den Warnstreik als Erfolg: „Wir sind zufrieden. Die Produktion hat gut eine Stunde still gestanden.“ Zu den Auswirkungen des Streiks auf die Produktion wollte sich Daimler nicht äußern.

Im Tarifgebiet Mitte mit Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland hätten sich bis zum Mittag mehr als 7000 Arbeiter aus 15 Betrieben beteiligt, berichtete die Gewerkschaft in Frankfurt.

Für die nächsten Tage plant die IG Metall Nordhessen weitere Warnstreiks. So werden am heutigen Freitag ab 9.30 Uhr die Unternehmen Gebrüder Bode und Alstom Grid in Bettenhausen bestreikt. Eine kurze Kundgebung veranstaltet die IG Metall auf dem Leipziger Platz. Um 10.30 Uhr beginnt der Warnstreik bei Neways Electronics und Neways Deutschland an der Wilhelmine-Reichard-Straße in Waldau.

Am 7. Mai findet in Baden-Württemberg die nächste Runde der Tarifverhandlungen zwischen den Arbeitgebern und der IG Metall statt. Wenn die Gespräche erneut zu keinem Ergebnis führen, „werden wir den Druck massiv erhöhen“, kündigte Oliver Dietzel an.

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