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Nach Ausfällen wegen Krankheit: Neue Fahrer für Regiotram

Kassel. Wenn Ende nächster Woche acht neue Lokführer das Team der Regiotram auf 85 Fahrer verstärken, ist Klaus Reintjes „guter Hoffnung, dass es wieder besser aussieht“.

Das sagte der Regiotram-Geschäftsführer in dieser Woche in einer Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr. Die Stadtverordneten hatten Reintjes eingeladen, um mehr über die Probleme angesichts eines immer wieder hohen Krankenstands bei den Lokführern sowie Ausfälle und Zugverspätungen zu erfahren.

Derzeit sieht es allerdings alles andere als rosig aus: Gestern meldete die Regiotramgesellschaft, dass wegen eines erneut hohen Krankenstandes der Lokführer auf den Linien RT 3 Kassel - Hofgeismar und RT 4 Kassel - Wolfhagen am Montag und Dienstag einige Fahrten durch Busse ersetzt werden müssen.

Nachdem die Regiotramgesellschaft im Dezember 2013 den Betrieb übernommen und auf ein neues Betriebskonzept mit halbstündlichen statt stündlichen Taktzeiten umgestellt habe, „hatten wir von Beginn an mit einer extrem hohen Krankenquote zu kämpfen“, erläuterte Reintjes. Teilweise habe diese bei bis zu 20 Prozent gelegen. Zum Vergleich: Bei der KVG liege diese bei fünf bis sechs Prozent.

Klaus Reintjes

Dabei räumte Reintjes ein, dass im ersten halben Jahr zu wenig Personal da war und deshalb viele Überstunden anfielen. Bundesweit habe man versucht, Personal zu finden, auch Leihlokführer eingestellt und gleichzeitig weitere Lokführer in neunmonatigen Lehrgängen ausgebildet. Reintjes: „Wir sammeln überall Personal zusammen.“ Doch Lokführer seien derzeit rar und sehr gefragt. Zudem habe man Mitte vergangenen Jahres neue Dienstpläne eingeführt und mit Abstimmung mit dem Betriebsrat Arbeitsbedingungen verbessert.

Ab nächster Woche werde man über weitere acht neue Mitarbeiter verfügen. Mit diesem Personal sei dann eine Krankheitsquote von bis zu zehn Prozent ohne Ausfälle zu verkraften, erläuterte der Geschäftsführer. Im Januar sei ein weiterer Lehrgang mit 18 Teilnehmern gestartet. Bis die vor allem im ersten Halbjahr 2014 angefallenen rund 4500 Überstunden abgebaut werden könnten, werde es aber noch ein halbes Jahr dauern.

Eine wirkliche Erklärung für die immer wieder hohen Krankenstände habe er nicht, sagte Reintjes auf Nachfrage der Stadtverordneten. Die Zugbegleiter hätten praktisch die gleichen Dienstpläne und Arbeitsbedingungen, fielen aber nicht so häufig aus. Allerdings gebe es derzeit bei den Lokführern auch sechs Langzeiterkrankte.

Zur Größenordnung der Zugausfälle sagte Reintjes, dass im vergangenen Jahr ein bis zwei Prozent der Leistung von der Regiotram nicht erbracht worden seien. Branchenüblich seien 0,8 bis 0,9 Prozent Ausfälle.

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