Achtjähriges Mädchen aus Kassel am Fulda-Ufer gefunden

Kassel. Glückliches Ende einer Vermisstensuche: Ein achtjähriges Mädchen, das am Donnerstagmorgen nicht vom Spaziergang mit dem Hund der Familie zurückgekommen war, wurde am Nachmittag bei einer großangelegten Suchaktion der Polizei gefunden.

Die Achtjährige hatte am Morgen - offenbar ohne dass die Eltern es merkten und ohne deren Erlaubnis die Wohnung in der Innenstadt zum Gassigehen mit dem Rottweiler verlassen. Als sie nicht zurückkehrte, meldete sich der Vater gegen 12.45 Uhr beim Polizeipräsidium am Grünen Weg. Mit Fotos des Kindes vom Handy des Vaters wurde umgehend mit der Suche begonnen, berichtet Polizeihauptkommissar Franz Skubski, der die Aktion koordinierte. Das Mädchen ist Diabetikerin und hätte bei einer Unterzuckerung medizinische Hilfe benötigt.

Zwölf Streifenwagen, ein Boot der Wasserschutzpolizei und ein Polizeihubschrauber kamen zum Einsatz. Etwa 30 Beamten waren an der Suche beteiligt. Die Bevölkerung wurde über die Medien um Hinweise gebeten. Gut drei Stunden später, gegen 16.20 Uhr, entdeckte die Wasserschutzpolizei das Kind wohlbehalten am Ufer der Fulda. Der Rottweiler saß friedlich neben ihr. Offenbar hatte das Kind beim Spaziergang die Zeit vergessen, sagt Skubski. "Das Mädchen war sich nicht bewusst, dass die Eltern in Sorge sein könnten." Dankbar für die Hilfe der Polizei hätten die Eltern ihre Tochter in die Arme geschlossen.

Erst kürzlich gab es eine große Suchaktion der Polizei nach der 45-jährigen Anette Berndt. Von der Kirchditmolderin, die seit dem 9. Juni vermisst wird, fehlt weiterhin jede Spur. Am 14. Juni war unter anderem mit vier Hundestaffeln im Habichtswald nach der Vermissten gesucht worden. Während bei Minderjährigen in der Regel sofort die Suche eingeleitet werde, seien die Richtlinien, wann ein Erwachsener als vermisst gilt, enger gefasst, erklärt Polizeisprecherin Sabine Knöll.

Bei Kindern sei grundsätzlich von einer Gefahr für Leib und Leben auszugehen, während bei Erwachsenen Hinweise auf Selbstmordabsichten oder auf einen Unglücksfall vorliegen müssten. Oder darauf, dass die Person Opfer eines Verbrechens geworden sein könnte. Wie lange gesucht wird, hänge vom Einzelfall ab. Groß angelegte Suchaktionen seien nur dann sinnvoll, wenn Anhaltspunkte für bestimmte Örtlichkeiten vorlägen, etwa eine Spaziergangroute oder ein vor dem Verschwinden genanntes Ziel. (rud)

Rubriklistenbild: © Polizei/nh

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