Achtung: Zecken-Gefahr im Weihnachtsbaum

Kassel. Ein Bekannter von mir ist im vergangenen Winter an Borreliose erkrankt. Ursache war angeblich ein Zeckenstich. Wie kann das sein? Sind Zecken auch im Winter aktiv?

Antworten hat Brigitte Ringeler-Leipholz, Vorsitzende der Borreliose-Selbsthilfegruppe (SHG) Kassel Stadt und Land:

„Zecken können auch im Winter aktiv sein“, sagt Ringeler-Leipholz. Erst bei einer Temperatur von minus sieben Grad Celsius erstarrten die Tiere und stellten keine Gefahr mehr dar. Umgekehrt heißt das: Selbst bei leichten Minusgraden ist man vor Zeckenattacken nicht sicher.

Besonders tückisch ist, dass sich Zecken auch im Weihnachtsbaum verstecken, insbesondere, wenn die Bäume frisch geschlagen werden.

B. Ringeler- Leipholz

Eine Gefahr stellt laut Ringeler-Leipholz das Schlagen selbst dar, denn oft verstecken sich die Tiere unter Laub- oder Schneedecken. Deshalb sollten auch Winterspaziergänger aufpassen. Zum anderen können die Zecken der Expertin zufolge auch im Weihnachtsbaum sitzen. „Beim Aufstellen und Schmücken des Baumes kann die Zecke auf die Kleidung gelangen“, sagt Ringeler-Leipholz. Um sicherzugehen, dass die Spinnentiere nicht in die Wohnung gelangen, sollte man den Baum in Keller oder Garage langsam warm werden lassen. In dieser Zeit wachen die Zecken aus ihrer Winterstarre auf und machen sich auf die Suche nach ihren Opfern.

Zusätzlich sollte ein frischer Baum vor dem Aufstellen gerüttelt und mehrmals auf den Boden gestampft werden, damit Zecken gegebenenfalls herabfallen, rät die Expertin. Außerdem sollte man sich selbst absuchen.

Zeckenstiche sind für den Menschen meistens harmlos. Unter Umständen können sie aber eine Borreliose-Infektion auslösen. Typisch für die Erkrankung ist eine Hautrötung um den Stich herum. „Dann reagiert das Immunsystem unter der Haut auf den Stich“, sagt sie. Sticht die Zecke in eine Ader, tritt in der Regel keine Rötung auf. Dann sind systemische Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit und wandernde Gelenkschmerzen Hinweise auf eine Borreliose. Treten solche Symptome auf, sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Die Infektion wird mit Antibiotika behandelt.

Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die durch Zecken- und Insektenstiche übertragen wird. Im Gegensatz zu einer Gehirnhautentzündung (FSME) gibt es gegen diese Krankheit noch keine Schutzimpfung. Wichtig sind eine frühe Erkennung und die Behandlung mit Antibiotika.

Im Frühstadium können eine Hautrötung, Abgeschlagenheit Gelenk- oder Muskelschmerzen auftreten. Im Spätstadium können Nervenentzündungen mit Beteiligung des Rückenmarks, Nervenschmerzen, Lähmungserscheinungen oder auch Hirnhautentzündungen hinzukommen. Das chronische Stadium ist durch rheumatische Beschwerden wie Muskel- und Gelenkentzündungen sowie Hautveränderungen gekennzeichnet. (mkx)

• Bis Sonntag, 11. November, informiert die Borreliose-SHG auf der Kasseler Herbst-Ausstellung, Messehallen, Hallen 3 und 4, Stand 412, von 9.30 bis 18 Uhr über das Thema. www.borreliose.de

Von Mirko Konrad

Video: Zecken: So werden sie entfernt - Gefahr lauert

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