Dirt-Bike-Strecke: Stadt prüft Gelände in Niederzwehren

Luftsprünge mit dem Rad: Kassels Dirt-Biker warten weiterhin auf eine neue Radpiste. Jetzt hat die Stadt ein neues Grundstück in Niederzwehren ins Auge gefasst. Unser Foto zeigt einen Dirt-Biker in einer Anlage in Winterberg. Foto: picture alliance

Kassel. Neue Hoffnung für Kassels Dirt-Biker: Die Stadt hat ein Gelände ins Auge gefasst, auf dem eine Radpiste für die jugendlichen Freizeitsportler eingerichtet werden könnte.

Das Jugendamt prüft derzeit, ob eine Ackerfläche in Niederzwehren dafür infrage kommt (siehe Grafik unten). Das Landstück liegt in Nachbarschaft der Schrebergärten zwischen dem Park Schönfeld und der ICE-Strecke und wird derzeit noch bewirtschaftet.

Seitdem die Buckelpiste an der Hessenschanze im Sommer 2011 aufgelöst wurde, haben die Dirt-Biker in Kassel keine Trainingsmöglichkeit mehr. Ende vorigen Jahres hatte sich die Idee zerschlagen, einen Hartplatz der TSG Wilhelmshöhe an den Stockwiesen für die Dirt-Biker herzurichten (wir berichteten).

Anne Janz

Der Umbau hätte mit Kosten von 200.000 Euro den finanziellen Rahmen gesprengt, erläuterte Jugenddezernentin Anne Janz auf Nachfrage der CDU kürzlich nochmals im Schulausschuss. Auch für eine Fläche in Nachbarschaft des Friedhofs Harleshausen, die ebenfalls im Gespräch gewesen war, wären laut Janz Kosten in diesem Umfang angefallen.

An den Stockwiesen hätte laut Janz allein die Entsiegelung der Fläche und die Entsorgung des Abraums hohe Summen verschlungen. In Harleshausen hätten vor allem eine Lärmschutzwand und der naturschutzrechtliche Ausgleich für die Nutzung der Fläche zu Buche geschlagen. „Das ist die Krux einer legalen Fläche“, sagte Janz, „Lärmschutz, Naturschutz, Versicherungsschutz – all das muss dann berücksichtigt werden.“ In diesen Bereichen gebe es „eine Überregulierung, die den Jugendlichen nicht zu vermitteln ist“.

Jan Appenrodt

Entsprechend ernüchtert sind Kassels Dirt-Biker bereits. „Es wäre natürlich schön, wenn es klappt, zumal es vielleicht der letzte Platz ist, den man überhaupt finden kann. Aber wir verlassen uns nicht drauf“, sagt deren Sprecher Jan Appenrodt über die anvisierte Fläche in Niederzwehren.

Für geeignet halte man den Platz. „Er wäre für uns eine gute Alternative“, sagt der 25-Jährige. Über die Haltestelle Helleböhnweg sei er gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Positiv sei auch, dass es keine unmittelbaren Anwohner gebe, die sich gestört fühlen könnten.

Den platten Acker könne man mit Erdaushub oder Ähnlichem in Eigeninitiative in eine Buckelpiste umbauen und mit Rampen versehen, sagt Appenrodt.

Über die mögliche neue Fläche für die Dirt-Biker berät kommenden Montag der hauptamtliche Magistrat.

200 Dirt-Biker warten auf Lösung

Dirt-Biker fahren mit speziellen Fahrrädern (besonders stabile Mountainbikes mit kleinem Rahmen und Federgabel) über unwegsames Gelände. Um mit dem Rad zu springen und in der Luft kleine Tricks zu vollführen, bauen sie sich Hügel und Rampen auf ihre Pisten.

In Kassel gibt es etwa 200 Dirt-Biker, überwiegend Jugendliche und junge Erwachsene. Bis zum Sommer 2011 übten sie ihre Sportart auf einer Buckelpiste an der Hessenschanze aus, die dann aus Naturschutzgründen gesperrt und zurückgebaut wurde. Seitdem haben die Dirt-Biker in Kassel keine Trainingsmöglichkeit. Die nächste Dirt-Bike-Strecke befindet sich in Treysa (Schwalm-Eder-Kreis). Im Winter nutzen einige Dirt-Biker die Skateboardhalle des Vereins Mr. Wilson an der Kesselschmiede.

Von Katja Rudolph

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