Uni vermietet in den Waldauer Wiesen Gärten für Stadtbewohner - Nachfrage ist groß

Ackern fürs eigene Gemüse

Bei der Arbeit: Katharina Mittelstraß von der Uni Kassel kommt einmal wöchentlich zum Selbsterntegarten, um den Hobbygärtnern mit Tipps zur Seite zu stehen. Foto: Ludwig

Kassel. Die Sehnsucht nach einem eigenen Garten ist in Kassel offenbar groß. Kaum hatte die Uni angekündigt, gemeinsam mit dem Lebensmittelhändler Tegut erstmals ein Gartenprojekt in den Waldauer Wiesen zu starten, waren auch schon alle 50 Parzellen für 110 Euro Saisonbeitrag an Kasseler vermietet. Wegen des großen Erfolgs und einer Warteliste von Interessenten wolle die Uni im nächsten Jahr die Fläche verdoppeln, sagt Katharina Mittelstraß, die das Projekt für die Uni koordiniert.

Auf 3000 Quadratmetern hatten Mitarbeiter des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften im Frühjahr Gemüse gesät und gepflanzt. Die Fläche wurde mit gespannten Seilen auf 50 Parzellen à 40 Quadratmeter unterteilt. In jedem Feld wurden 25 Gemüsesorten angebaut: Darunter Salat, Spinat, Rot- und Weißkohl, Porree, Wirsing, Radieschen, Möhren, Zucchini und Zwiebeln.

Als die Felder im Mai an die Mieter übergeben wurden, blieb aber noch genug Arbeit für die Hobbygärtner übrig. Denn diese müssen nun auf ihrer Fläche das Unkraut jäten, den Boden hacken und die Pflanzen gießen. Dafür stehen ein großer Wasserbehälter und ein Kasten mit Gartenwerkzeug bereit.

In den nächsten Tagen können die Hobbygärtner bereits die Radieschen ernten. Bis zum Herbst, wenn der Kohl so weit ist, können sie sich von Gemüse aus dem eigenen Garten ernähren.

Wenn zwischendurch ein Gemüse abgeerntet ist, können die Mieter bei Mittelstraß neue Pflanzen und Saatgut zum Selbstkostenpreis nachkaufen. Die Pionierin der Gemüse-Selbst-Ernte arbeitet normalerweise auf dem Lehr- und Versuchsbetrieb Hessische Staatsdomäne Frankenhausen der Uni Kassel. Derzeit steht sie aber einmal wöchentlich für Fragen der Mieter am Selbsterntegarten bereit.

Die Flächen hat der Fachbereich von der Stadt Kassel gepachtet – im nächsten Jahr werden die angrenzenden 3000 Quadratmeter ebenfalls für das Projekt geöffnet. „Die Kosten für Saatgut und Pacht decken wir über die Saisonbeiträge“, sagt Mittelstraß. Die Uni-Mitarbeiterin hat im Jahr 1999 einen der zwei ersten Selbsterntegärten in Deutschland an der Domäne Frankenhausen eröffnet.

Wer sich für 2014 für eine Parzelle interessiert, soll sich bereits jetzt per E-Mail bei Katharina Mittelstraß voranmelden: kmittel@uni-kassel.de

Das Gesundheitszentrum Marbachshöhe hat auch einen Selbsterntegarten angelegt. Infos: 0561/ 314 97 06

Von Bastian Ludwig

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.